
Hier sind die Informationen zur Ausgabe #108 unserer kleinen, aber feinen Sendung mit dem Internet. In dieser Woche mit Sabine Piel und Daniel Fiene.
1) Düsseldorf Photo Weekend
Das erste Düsseldorfer Photo Weekend ist Geschichte. Zahlreiche Galerien, Ausstellungsräume und das NRW-Forum haben daran am Samstag teilgenommen und sich den interessierten Augen der Besucher geöffnet. Es gab viel zu sehen. So ist die Galerie BECK & EGGELING mit ihrer Tilt-Shift-Fotographie nicht nur bei uns im Team gut angekommen. Henning, Sabine und Daniel (siehe Foto) landeten am Ende in der neuen Photoausstellung im NRW-Forum. Besonders auffällig dort: Das iPhone war ein omnipräsentes Statusobjekt. Für einige ein Accessoire, für andere ein Werkzeug: Viele nutzten im NRW-Forum tatsächlich die QR-Codes an den jeweiligen Bildern, und bekamen einen Audio-Guide auf ihrem Smartphone ausgespielt.
Die Möglichkeit der Nutzung des Check-in Dienstes Foursquare ist jedoch bei uns nicht wie erwartet angekommen. Zwar konnte man sich anhand der aufgelisteten Locations sehr gut orientieren, aber die Möglichkeit mit Freunden online einzuchecken, um zu gucken, was wo wie passiert ist leider unserer Meinung nach ein bisschen effektlos verpufft. Da war die Beteiligung leider ein bisschen mau.
2) Modeblog-Debatte rund um die CPD
Das NRW-Forum stand aber nicht nur im Zeichen der Fotographie – gleichzeitig wurde auch das Thema Modeblogs vor Ort diskutiert. Das ist vor dem Hintergrund der letzten CPD-Modemesse am Modestandort Düsseldorf natürlich nicht uninteressant.
Am Abend gab es eine Ausstellungseröffnung und eine Podiumsdiskussion zum Modejournalismus der Zukunft – und das Internet, hat damit eine ganze Menge zu tun. Das große Thema dabei waren die Modeblogs, die in den letzten Jahren die Modewelt revolutioniert und demokratisiert haben. Passendes Thema der Ausstellung dazu, die abends vorgestellt wurde: Frontrow Revolution – Modejournalismus 2.0. Die Wichtigkeit der Modeblogs, die unter anderem damit begründet werden kann, dass schneller, ehrlicher und in größerer Vielzahl berichtet wird, schmeckt den Printjournalisten von Tageszeitungen und Magazinen natürlich überhaupt nicht. Da befürchtet man, dass der Markt von den Modebloggern übernommen und sich darum künftig nur noch im Internet über Mode informiert wird.
Alfons Kaiser, Mode-Ressortchef bei der FAZ als Vertreter der klassischen Printmedien bspw. kritisierte aber auch das Verhalten der Blogs. Da würde sich oftmals zu wenig Zeit für Artikel genommen, zudem reklamierte er eine “kritiklose Begeisterung.”
Derzeit ist so, dass die Printjournalisten versuchen sich von den Bloggern abzugrenzen, indem sie bspw. mehr Hintergrundinformationen in ihre Texte einfließen lassen. Jedoch ist es so, dass die die Zeitungen die Blogs auch inspirieren – Stichwort ‘street styles’, die selber in den Zeitungen abgebildet werden.
Fazit des Abends: Modeblogs sind aus der Modelandschaft nicht mehr wegzudenken und haben diese enorm beeinflusst.
3) Deutscher Webvideopreis kommt nach Düsseldorf
Der Deutsche Webvideopreis kommt erstmals nach Düsseldorf! Dem alten Standort Essen hat man den Rücken gekehrt. Nun hofft man, in Düsseldorf langfristig gut aufgehoben zu sein – “Die Zusammenarbeit mit der Stadt klappt schon mal gut”, Markus Hündgen, der Mitgründer des Preises.
Hündgen versteht unter Webvideos Filme, die von der Netzgemeinde ausschließlich für die Netzgemeinde gemacht worden sind. Die Resonanz auf den Preis ist groß: Insgesamt 6752 Videos sind eingereicht worden, die nun allesamt gesichtet werden. Das dürfte für Hündgen und co. einiges an Nachtschichten bedeuten. Der Inhalt der Nominierungen ist breit gefächert, von Kleinformaten bis zum aufwendig gestalteten Film ist alles dabei.
Die Jury, in der unter anderem Katrin Bauerfeind sitzt, verleiht den Preis am 31.03. Parallel dazu findet auch das Videocamp hier in Düsseldorf statt.
4) Heine-Forscher entwickeln neues Navigationsgerät
Die Forscher der Heine-Uni entwickeln eine neue Navigationssoftware für Autos, mit Hilfe der Staus schon im Vorfeld verhindert werden sollen – und zwar indem sich die Navis untereinander absprechen. Martin Mauve, Professor am Lehrstuhl für Rechnernetze an der Heinrich-Heine-Uni, erklärt die Funktion der Navigationsgeräte wie folgt: Die Geräte sollen untereinander vernetzt werden und quasi “miteinander kommunizieren”, so dass sie sich bei der Wahl ihrer Route absprechen können und so verhindern, dass man sich auf entsprechenden Strecken in die Quere kommt. Bisher bekommen die Navis allesamt die gleichen Informationen und werden bei einem Stau zum Beispiel alle auf die Landstraße oder durch die Stadt geleitet. Dadurch, dass sich die Navis untereinander austauschen, soll eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Straßenkapazität sichergestellt werden. Das gilt natürlich nicht, wenn mehr Autos auf der Straße sind, als es die Kapazität dieser überhaupt zulässt.
Informationen erhalten die Geräte durch die Daten im Fahrzeug selbst, bspw. durch die aktuelle Geschwindigkeit, die darauf schließen lassen wie der Verkehr gerade fließt.
Ein erster Prototyp des Navigationsgerätes ist bereits fertig gestellt, nun plant man einen Feldversuch. Mit ein bisschen Glück können wir in zwei bis drei Jahren dem Stau “Auf Wiedersehen” sagen – denn dann könnten sich die Navis schon in unseren Autos befinden.
5) Facebook geht an die Börse
Das Soziale Netzwerk Nr. 1 hat vergangene Woche sein Börsenprospekt eingereicht, was aktuell von der Aufsichtsbehörde geprüft wird. Der Deal ist vorab schon als das “beste Investment aller Zeiten” bezeichnet worden – klar, dass da viele dran teilhaben wollen, das dürfte aber eher schwer werden.
Facebook gibt für’s erste nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl an Aktien an fünf amerikanische Großbanken und ein britisches Institut verteilt. Und die werden diese Aktien wiederum unter ihren Kunden aufteilen. Da es dabei keine Regulierungsprinzipien gibt, dürften Großkunden und reiche Privatleute dabei ganz vorne in der Schlange stehen. Deutsche Banken müssten erstmal ein großes verhandlungsgeschick beweisen, bevor sie überhaupt ansatzweise in den Luxus kämen, die Aktien ähnlich wie ihre amerikanischen Kollegen zu verteilen.
Doch bevor sich Privatanleger ärgern: Der Kursverlauf der Facebook-Aktie ist noch recht unklar. Zu Beginn dürfte der Wert zwar stark steigen (Angebot klein, Nachfrage groß) – danach könnte es jedoch auch sein, dass Investoren “nur kurz abkassieren” wollen und ihre Aktien schnell wieder veräußern. Das ist vor einigen Jahren bei dem Rabattportal Groupon schonmal passiert. Da waren alle Anleger, die erst nach Börsenstart an die Aktien gekommen sind die großen Verlierer, denn der Kursverlauf kam dem Startwert der Aktie kaum noch nahe.
Die Facebook-Aktie ist momentan eine Angelegenheit für Profis. Wegen der Einstiegsbarrieren, der Planungsunsicherheit und dem zu erbringenden Mindestinvestmet für die einzelnen Aktienpakete (das bei einem Unternehmenswert Facebooks von ca. 100 Milliarden $ nicht gerade gering ausfallen dürfte) sollten sich Privatanleger also für’s Erste in geduld üben.
6) Pinterest.com – Website der Woche
Unsere Internetseite der Woche ist diesmal Pinterest.com. Damit können neue Inhalte im Netz entdeckt werden, also Videos, Bilder, Rezepte oder andere spannende Links, die sich wiederum mit Freunden teilen und so weiterverbreiten lassen.
Das Prinzip ist ja nicht erst durch Facebook bekannt, jedoch unterscheidet sich Pinterest vor allem durch seine Aufmachung von anderen Seiten dieser Art. Das ganze sieht aus wie eine riesige unendlich lange Pinnwand, auf der Links und Bilder “angepinnt” werden können. Dazu kann man die Seite auch nach bestimmten Inhalten durchsuchen, etwa nach Themen geordnet. So können zum Beispiel alle Pins zu Architektur und Design oder alles zu Naturwissenschaften und Technik angeguckt werden. Dadurch lassen sich auch ganz schnell andere Leute finden, die Sachen anpinnen, die sich mit den eigenen Interessen decken. Denen kann man dann genau wie auf Twitter folgen.
Veranstaltungstipp:
Am kommenden Montag (13. Februar) findet die Bürgerinfoveranstaltung zum Thema “LTE in NRW: Chancen und Herausforderungen” bei der Landesanstalt für Medien NRW statt. Sie können sich um 17 Uhr über die technischen und inhaltlichen Aspekte von LTE informieren. LTE ist ein neuer Mobilfunkstandardt, mit dem eine sehr schnelle Datenübertragung möglich wird.
Die nächste Sendung gibt’s am kommenden Montag (13.02) um 18 Uhr bei Antenne Düsseldorf.



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