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	<title>Die Sendung mit dem Internet &#187; Medienkompetenz</title>
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	<description>Franziska Bluhm und Daniel Fiene führen das wöchentliche Magazin rund um das Internet. Hier verpassen Sie kein Thema, dass die Online-Welt derzeit bewegt.</description>
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		<title>Die Sendung mit dem Internet</title>
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		<title>Schwarz-Gelb und das Internet</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 20:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
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		<category><![CDATA[breitbandversorgung]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Endlich ist der Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb fertig. 128 Seiten gefüllt mit Ideen, Absichtserklärungen und Grundsatzaussagen. Im Wahlkampf haben wir uns die Programme der Parteien angeschaut und sie auf ihre Netztauglichkeit geprüft, jetzt wollen wir auch wissen, was sich Schwarz-Gelb in Sachen Internet für die kommenden vier Jahre vorgenommen haben. (<a href="http://www.cdu.de/doc/pdfc/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf">Hier der komplette Vertrag zum Download</a>)</strong></p>
<p>Nein, der Satz &#8220;Das Internet ist kein rechtsfreier Raum&#8221; steht glücklicherweise nicht im Koalitionsvertrag. Dafür viele andere Dinge wie Breitbandversorgung, Datenschutz, Urheberrecht und sogar das Wort Internetsperren hat es in den Koalitionsvertrag geschafft. Interessant: In vielen Passagen machen die Regierungsparteien deutlich, dass sie das Internet als Chance begreifen. &#8220;Das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum&#8221;, steht da geschrieben und das klingt fast so, als ob man das auch deshalb schreibt, damit die eigenen Reihen es ebenfalls endlich glauben. Man wolle Weichen stellen, um die digitale Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.</p>
<p>Was im Koalitionsvertrag zu den einzelnen Themen steht.</p>
<p><strong>Breitbandversorgung: </strong><br />
Flächendeckende Versorgung der Infrastruktur soll massiv vorangetrieben werden: Alle sollen einen leistungsfähigen Internetzugang haben.</p>
<p><strong>Medienkompetenz</strong><br />
Die Bundesregierung sieht darin mehrere Vorteile. Einmal weil das Internet neue Bildungschancen und -anreize für Ältere bietet und bei Kindern und Jugendlichen hilft mehr Medienkompetenz, um Risiken beim Stichwort Kinderpornografie etc. zu verhindern. Auch in Sachen Datenschutz setzt die Koalition auf mehr Eigenverantwortung im Umgang mit den eigenen Daten. Also Daumen hoch.</p>
<p><strong>Datenschutz</strong><br />
Die Bundesregierung plant eine Reform des Datenschutzes. Informationspflichten sollen erweitert und „der Freiwilligkeit der Einwilligung größere Bedeutung beigemessen werden“. Zudem soll der Bundesbeauftragte für Datenschutz und die Informationsfreiheit besser personell und sachlich ausgestattet werden.</p>
<p>Die neue Regierung will die Gesetze zum Handel mit persönlichen Daten noch einmal auswerten, gerade im Hinblick Schutz der Persönlichkeitsrechte. Um mehr Datenschutz durchzusetzen, soll die IT-Kompetenz der Sicherheitsbehörden auch durch entsprechend ausgebildetes Personal gestärkt werden. Wichtig ist der neuen Regierung aber vor allem die Aufklärung, damit jeder Einzelne verantwortungsvoll mit seinen Daten im Internet umgeht. Datenklau soll konsequent durch eine verbesserte Strafverfolgung (Internetstreifen, Schwerpunktstaatsanwaltschaften und internationale Lösung für die Bekämpfung von Kinderpornografie) verfolgt werden. Eine generelle Überwachung des Internetdatenverkehrs lehnt Schwarz-Gelb ab. Die Koalition plant den Ausbau des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zur „zentralen Cyber-Sicherheitsbehörde“.</p>
<p><strong> Urheberrecht </strong><br />
Das Internet ist kein urheberrechtsfreier Raum, Urheberrechtsverletzungen werden deshalb bekämpft. Gefördert werden sollen Möglichkeiten der Selbstregulierung. Die Koalition schließt allerdings den Einsatz von Internetsperren in diesem Zusammenhang aus.<br />
Für Verlage will Schwarz-Gelb ein Leistungsschutzrecht schaffen.</p>
<p><strong> Internetsperren </strong><br />
Offenbar durfte Ursula von der Leyen hier nicht mitreden, denn im Vertrag steht geschrieben, dass kriminelle Angebote gelöscht statt gesperrt werden. Zumindest für ein Jahr. Ein wenig kryptisch heißt es: „Stattdessen werden die Polizeibehörden in enger Zusammenarbeit mit den Selbstregulierungskräften der Internetwirtschaft wie der  deutschen Internetbeschwerdestelle sowie dem Providernetzwerk INHOPE die Löschung kinderpornographischer Seiten betreiben.“ Danach wird geprüft, wie wirksam dieses Vorgehen war.</p>
<p><strong>Netzneutralität</strong><br />
Die Koalition bekennt sich zur Netzneutralität soll gewahrt bleiben. Dabei setzt sie auf die Kräfte des Wettbewerbs, der &#8220;die neutrale Datenübermittlung im Internet und anderen neuen Medien (Netzneutralität) sicherstellt&#8221;. Klappt das nicht, will sie gegensteuern.</p>
<p><strong> Vorratsdatenspeicherung </strong><br />
Bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird der Zugriff der Bundesbehörden auf die gespeicherten Vorratsdaten ausgesetzt.</p>
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		<title>Interview mit Halina Wawzyniak</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 11:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
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		<category><![CDATA[arsch in der hose]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die “Sendung mit dem Internet” haben wir mit Halina Wawzyniak über Internetthemen gesprochen. Sie ist stellvertretende Parteivorsitzende. Hier das Interview mit ihr in leicht geglätteter und gekürzter Form.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-330" title="halina_plakat" src="http://www.sendung-mit-dem-internet.de/wp-content/uploads/halina_plakat.jpg" alt="halina_plakat" /></p>
<p><strong>Warum gibt es im Wahlprogramm der Linken kein eigenes Kapitel zum Internet?</strong><br />
Weil ich es für sinnvoll halte, das Medium Internet einzubetten in die Frage von Bildung, Medienkompetenz, Medienpolitik &#8211; und keinen separaten Bereich aufzumachen.</p>
<p><strong>Sie fordern ja Breitbandzugänge für alle &#8211; auch für sozial Benachteiligte. Wie soll das finanziert werden?</strong><br />
Ich glaube, dass wir mit unseren steuerpolitischen Vorschlägen genügend Geld zur Verfügung stellen würden, womit das finanzierbar ist. Ich glaube aber auch, dass die Internetanbieter durchaus in der Pflicht sind, an dieser Stelle Mittel zur Verfügung zu stellen. Ich kann da nur auf das Beispiel aus Österreich verweisen, wo ich ab und zu mal Urlaub mache und da beispielsweise jeder Supermarkt einen öffentlichen Internetanschluss hat.</p>
<p><strong>Wenn man ihr Wahlprogramm liest, bekommt man den Eindruck, dass Sie das Internet vor allem als Gefahr sehen.</strong><br />
Ich glaube nicht, dass wir das Internet zunächst als Gefahr sehen. Allerdings sind Datenschutzbestimmungen notwendig, um zu verhindern, dass man beispielsweise beim Bestellen bei Amazon Hinweise erhält, was andere Nutzer auch bestellt haben und was ich vielleicht noch alles bestellen sollte. Der Nutzer von solchen Portalen ist selbstbestimmt genug, zu entscheiden, was er will und was nicht.</p>
<p><strong>Aber wenn Sie in einen Laden gehen und ein guter Händler empfiehlt ihnen dann auch noch ein ähnliches Buch, dann freuen Sie sich doch auch. Warum soll das nicht im Internet erlaubt sein?</strong><br />
Ich glaube, dass der Händler mir das ins Gesicht sagen kann. Die Frage ist, was mit diesen Daten passiert, die da im Internet gespeichert sind. Viel größer finde ich die Gefahr, die darin besteht, dass man sagt, andere Menschen, die auch Buch X bestellt haben, haben im Übrigen auch noch Buch Y bestellt. Eine solche Verbindung im Hinblick auf mein Persönlichkeitsrecht und das Recht an meinen eigenen Daten durchaus problematisch.<br />
<strong><br />
Aber das ist ja alles anonym.</strong><br />
Es ist möglicherweise durchaus anonym, aber die Möglichkeit, Rückschlüsse zu machen, was Leute, die Buch X kaufen, noch an Büchern kaufen, ist nicht unbedingt eine Sache, die verkaufsfördernd ist und mich als Nutzer irgendwie abschreckt. Ich finde einfach: Ich bestelle, will mein Zeug geliefert haben und dann ist gut.</p>
<p><strong>Die Linke hat gegen das Gesetz für Internetsperren bei Kinderpornografie gestimmt. Was waren die Beweggründe?</strong><br />
Wir glauben, dass Sperren die falschen Mittel sind, um bestimmte strafbare Inhalte, die auch schon heute verfolgbar sind, an der Verbreitung zu behindern. Es ist sinnvoller, mit den Providern und den Internetnutzern zu reden, sie auf strafbares Verhalten hinzuweisen, damit diese Inhalte verschwinden. Und wie die Debatte zeigt, ist dieser Weg der Einstieg in eine Zensur, die wir von totalitären Systemen kennen.</p>
<p><strong>Auch über den Urheberschutz wird breit diskutiert, also die Verbreitung privater Kopien, aber auch die Kreativwirtschaft, die entlohnt werden will. Die Linke fordert ein modernes Urheberrecht. Was heißt das konkret?</strong><br />
Die Linke diskutiert an dieser Frage und man muss sich dann im Detail genau angucken, wie man einen gerechten Interessenausgleich hinbekommt. Das meint: Diejenigen, die Werke schaffen und Urheberrechte haben, müssen natürlich gerecht entlohnt werden. Auf der anderen Seite kann es nicht sein, dass der Zugang zu allgemeinbildenden Inhalten vom Geldbeutel abhängig gemacht werden kann. Eine Kulturflatrate wird ja zum Teil diskutiert.</p>
<p><strong>Heißt das also, dass die Linke für eine Kulturflatrate ist oder haben Sie eigene Vorstellungen?</strong><br />
Ganz ehrlich: Bei uns ist es umstritten. Derzeit ist wohl eine knappe Mehrheit, die eine Kulturflatrate befürworten würde. Es gibt aber auch Menschen, die das kritisch sehen. Wir haben keine formelle Beschlusslage.</p>
<p><strong>Wir erleben ja gerade auch eine Art digitalen Graben durch Deutschland. Auf der einen Seite eine starke Netzgemeinde, die ihre Interessen durchsetzen möchte. Auf der anderen Seite Entscheider in der Politik, die das gar nicht so richtig nachvollziehen können, was da online diskutiert wird. Daraus entsteht dann eine Bewegung wie die Piratenpartei. Sehen Sie darin eine Chance oder sagen Sie, dass das gar keinen Zweck hat?</strong><br />
Ich finde es zunächst gut, wenn Menschen sich politisch engagieren und auch eine Partei gründen. Ich persönlich bin aber skeptisch, ob eine eher Ein-Punkt-Partei wie die Piratenpartei ein Zukunftsmodell ist. Ich verstehe sie eher als Aufforderung an die so genannten etablierten Parteien, sich diesem Thema intensiver zuzuwenden und dort ein Angebot zu machen. Ich glaube aber, dass Parteien mehr anbieten müssen als nur ein Thema.</p>
<p><strong>Könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?</strong><br />
Dazu müsste man sich Positionen der Piratenpartei genauer angucken, also was sie außer Internet, Zensur und neuen Medien anbieten. Als Grundbedingung, um überhaupt wirklich ernsthaft darüber nachzudenken, gilt, dass die Piraten dafür sorgen, die durchaus in der Partei vorhandenen Rechtsextremen oder Holocaustleugner tatsächlich rauszuschmeißen.</p>
<p><strong>Sie sind ja ins Gerede gekommen, weil Sie auf Ihren Wahlplakaten mit ihrem Hintern und dem Spruch &#8220;Socialist&#8221;, der auf ihren Rücken tätowiert wurde, werben. Haben Sie nicht überzeugendere Argumente?<br />
</strong><br />
Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger nach Inhalten wählen und nicht nach Gesichtern. Abgesehen davon, dass &#8220;Socialist&#8221; durchaus ein Inhalt ist und ein Arsch in der Hose eine politische Haltung, glaube ich nicht, dass ein Gesichtsplakat zur Wahl entscheidend beiträgt. Ich glaube, ein Plakat dient dazu, bekannt zu werden und dann seine Inhalte zu vermitteln. Ich trete in einem Wahlkreis an, wo alle außer der FDP etwas andere Plakate haben, deshalb finde ich das sehr authentisch.<span id="more-341"></span><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/e803de7ae438468ea3bb9958f2289d67" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Die Parteien und das Internet: Linke</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 17:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>
		<category><![CDATA[breitbandversorgung]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich der anstehenden Bundestagswahl beleuchten wir von der “Sendung mit dem Internet” die Wahlprogramme der Parteien: Was planen die Parteien für die Generation Internet? Wie sind die Positionen zu Urheberrechtsfragen, Internetsperren und Datenschutz? Im fünften Teil der Serie haben wir das Programm der <a href="http://die-linke.de/fileadmin/download/wahlen/pdf/485516_LinkePV_LWP_BTW09.pdf">Linken</a> unter die Lupe genommen.</strong></p>
<p>Die Linken haben sich für ihr Wahlprogramm 94 Seiten Platz genommen. Es hat sechs Kapitel, kein eigenes für das Internet. Es wird aber immer mal wieder thematisiert. Eines der Kapitel, in dem es um viel Internet geht, ist &#8220;Gestaltung einer digitalen Medienordnung für mehr Demokratie&#8221;. Es beginnt mit den Worten von Nelson Muntz von den Simpsons: &#8220;Ha-ha! Dein Medium stirbt.&#8221; Hier die Positionen zu den einzelnen Themen.</p>
<p><strong>Breitbandversorgung<br />
</strong>Die Linken wollen die gesamte Gesellschaft an der demokratischen Willensbildung beteiligen, auch aus diesem Grund sind sie dafür, dass Versorgungslücken in Sachen Breitbandversorgung gerade in ländlichen Regionen schließen will. Sie gehen aber noch weiter und wollen den &#8220;Ausschluss sozial Benachteiligter aus der digitalen Kommunikation&#8221; beenden. Die Linke ist der Meinung, dass Deutschland den &#8220;Zugang zu Wissenschafts und Medienlandschaften, die der Öffentlichkeit und dem Gemeinwohl verpflichtet sind&#8221;.</p>
<p><strong>Internet und Wirtschaft:</strong><br />
Die Linke hat zu diesem Thema eine ganz eigene Meinung: Denn sie geht davon aus, dass die Telekommunikationsunternehmen und Netzbetreiber ohne kulturellen Auftrag zu Sendeanstalten werden und damit unser duales Fernseh- und Rundfunksystem bedrohen. Zudem würden mit der Digitalisierung neue Möglichkeiten entstehen, das Verhalten von Usern zu steuern und auszubeuten.</p>
<p><strong>Urheberrecht: </strong><br />
Die Linke fordert ein modernes Urheberrecht, dass die Rechte von Kreativen und Usern verankert und ihre soziale Lage tatsächlich verbessert. Das Recht auf Privatkopie muss sichergestellt werden, ebenfalls Kopien für Forschungs- und Bildungszwecke.</p>
<p><strong>Netzsperren:</strong><br />
Da nach Ansicht der Linken, technischen Beschränkungen des freien und gleichen Informationsflusses im Netz zunehmen und &#8220;interessensgesteuerte Forderungen und Begehrlichkeiten nach Internetsperren&#8221; bei Urheberrechtsverstößen lauter werden, setzt sich die Linke für die Erhaltung und den Ausbau der Freiheit im Netz ein. Sie will Internetsperren verhindern und die Netzneutralität technologisch zeitgemäß bewahren.</p>
<p><strong>Datenschutz</strong><br />
Die Linke will eine Kommunikations- und Medienfreiheit gewährleisten und das Recht auf informationelle<br />
Selbstbestimmung verteidigen. Das bedeutet konkret: Vorratsdatenspeicherung beenden, keine Online-Durchsuchungen und keine Zensur im Internet, weniger verdeckte Ermittlungsmethoden wie Video-, Späh- und Lauschangriffe und Rasterfahndung.</p>
<p><strong>Medienkompetenz </strong><br />
Wird nicht explizit drauf eingegangen. </p>
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		<title>Die Parteien und das Internet: SPD</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 14:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kein Thema]]></category>
		<category><![CDATA[breitbandversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>
		<category><![CDATA[urheberrecht]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich der anstehenden Bundestagswahl beleuchten wir von der “Sendung mit dem Internet” die Wahlprogramme der Parteien: Was planen die Parteien für die Generation Internet? Wie sind die Positionen zu Urheberrechtsfragen, Internetsperren und Datenschutz? Im vierten Teil der Serie haben wir das Programm der SPD unter die Lupe genommen.</strong></p>
<p>Die SPD ist in ihrem 94 Seiten starkem Regierungsprogramm wenig konkret, was internetpolitische Themen angeht. Sie reißt wichtige Themen oft nur an, konkret wird es selten. Allerdings hat die SPD erkannt, dass die Dynamik der globalen Wissensgesellschaft zunehmend auch von Informations- und Kommunikationstechnologien abhängt. Zudem glaubt die SPD, dass das Internet dazu beitragen kann, Meinungsbildungs- und Beteiligungsprozesse für eine starke Demokratie zu verbessern.<br />
<strong><br />
Internetsperren:</strong> Die SPD sagt sexueller Gewalt gegen Kinder und Kinderpornographie<br />
den Kampf an – auch im Internet. Ob damit Internetsperren gemeint sind, wird nicht klar. Welche Meinung die SPD zu diesem Thema vertritt, wird nur aus jüngsten Äußerungen von Brigitte Zypries und dem Abstimmungsverhalten bei der Gesetzesverabschiedung klar: Fast 86 Prozent der SPD-Fraktion stimmten dafür.</p>
<p><strong>Datenschutz</strong>: Die SPD will keine gläsernen Bürger und deshalb eine klare Regelung für staatliche Datenerhebungen und -nutzung. Präventive Erhebung von Daten lehnt die SPD ab. Im Internet setzt sich die SPD für die Weiterentwicklung des Datenschutzes. Jeder soll sich im Internet sicher bewegen können. </p>
<p><strong>Medienkompetenz:</strong> Die SPD setzt sich für einen Medienführerschein für Kinder und Jugendliche ein, da Medienkompetenz eine der Schlüsselqualifikationen  in der Informations- und Kommunikationsgesellschaft ist. Außerdem will die SPD, dass alle lernen, welche Folgen die freiwillige Preisgabe persönlicher Daten haben kann.<br />
<strong><br />
Urheberrecht: </strong>Die SPD will mit Hilfe des Urheberrechts ein angemessenes Einkommen aus der Verwertung geistigen Eigentums ermöglichen – sie will einen angemessenen Ausgleich zwischen Nutzerfreundlichkeit und den Rechten der Kreativen. Die SPD setzt sich für die Prüfung der Kulturflatrate ein und will dabei Netzbetreiber, Service-Provider sowie Rechteinhaber und Verwertungsgesellschaften einbeziehen.<br />
<strong><br />
Breitbandversorgung: </strong>Weil die digitale Spaltung in Deutschland überwunden werden muss, soll das Breitbandnetz ausgebaut werden. Alle Menschen sollen Zugang zu allen Übertragungswegen, Kommunikationsformen, Wissen und Informationen haben. Die SPD hofft dabei auch auf Investitionen auf europäischer Ebene.<br />
<strong><br />
Medienpolitik:</strong> Die SPD will eine Medienordnung entwickeln, die den Erfordernissen der digitalen Welt gerecht wird. Die Vielfalt der Medien soll erhalten, Monopole und Konzentrationsentwicklungen verhindert werden. Deshalb sei die Einrichtung einer Medienanstalt der Länder wichtig. </p>
<p>Am Montag reden wir in der Sendung mit Hubertus Heil über netzpolitische Themen. Haben Sie Fragen? <a href="http://www.sendung-mit-dem-internet.de/2009/08/16/ihre-fragen-an-hubertus-heil/">Dann her damit!</a></p>
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		<item>
		<title>Hans-Joachim Otto (FDP) im Interview</title>
		<link>http://www.sendung-mit-dem-internet.de/2009/08/16/hans-joachim-otto-fdp-im-interview/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 09:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[fdp]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-joachim otto]]></category>
		<category><![CDATA[internetrepublik deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[intimsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
		<category><![CDATA[kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[telemediengesetz]]></category>
		<category><![CDATA[urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans-Joachim Otto ist Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien im Bundestag und FDP-Bundesvorstand. In der &#8220;Sendung mit dem Internet&#8221; von RP ONLINE und Antenne Düsseldorf hat er über die [...]<!-- AddThis Button BEGIN -->
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hans-Joachim Otto ist Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien im Bundestag und FDP-Bundesvorstand. In der &#8220;Sendung mit dem Internet&#8221; von RP ONLINE und Antenne Düsseldorf hat er über die Internetpolitik der FDP gesprochen. Hier das Interview in leicht gekürzter und geglätteter Form.</strong></p>
<p><strong><br />
Die FDP will den Datenschutz fördern &#8211; laut Wahlprogramm mit Hilfe einer Behörde &#8211; das klingt ja sehr bürokratisch für die Liberalen.</strong><br />
Nein, das klingt nicht bürokratisch, weil wir mit dieser Stiftung erreichen können, eine wirklich unabhängige Datenschutzprüfung zu erzielen. Derzeit gehören die Datenschutzbeauftragten ja dem öffentlichen Dienst angehören und diese nicht so effektiv sind, wie sie sein sollten und könnten.</p>
<p><strong>Bei der Abstimmung zum Gesetz für Internetsperren gegen Kinderpornografie hat die FDP mehrheitlich dagegen gestimmt. Was waren die Beweggründe?<br />
</strong><br />
Wir sind dafür, dass Kinderpornografie im Internet bekämpft wird, wir halten nur das Gesetz für völlig ungeeignet. Jeder, der bis fünf zählen kann, kann diese DNS-Sperren umgehen. Wir halten das Gesetz im Übrigen auch für verfassungswidrig, weil es überhaupt keine Zuständigkeit des Bundes gibt. Es handelt sich um eine Frage der öffentlichen Sicherheit und Ordnung &#8211; dafür sind die Länder zuständig. Ich bin sehr sicher, dass dieses Gesetz sehr rasch vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe kassiert wird. Die effektive Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet setzt voraus, dass Seiten nicht gesperrt werden, sondern verschwinden.</p>
<p><strong>Wie können Kinder und Jugendliche konkret im Internet geschützt werden?</strong><br />
Da gibt es verschiedene Wege. Ein Mittel ist, dass Eltern die Verantwortung nicht auf andere schieben dürfen. Gerade bei jüngeren Kindern müssen Eltern darauf achten, was ihre Kinder da alles im Internet anschauen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung von Medienkompetenz. In den Schulen und anderen Institutionen muss den Kindern ein kritischer Umgang mit den Medien &#8211; nicht nur mit dem Internet, sondern auch mit Zeitungen und Fernsehen &#8211; vermittelt werden. Das ist eine der ganz großen Zukunftsaufgaben. Und wir müssen internationale Abkommen treffen, dass kinderpornografische und politisch radikale, gewaltverherrlichende, rassistische Inhalte aus dem Internet verschwinden. Wenn es jemals sinnvoll war, international zu kooperieren, dann beim Internet.</p>
<p><strong>Die FDP sagt zur Internetpiraterie, dass diese eine &#8220;existenzielle Bedrohung für die Kultur- und Kreativwirtschaft&#8221; sei. Die FDP ist gegen die Kulturflatrate &#8211; wie wollen Sie Urheberrechte im Internet schützen?</strong><br />
Wir wollen ein starkes Urheberrecht, weil wir Kreativität und Vielfalt fördern wollen. Die Einführung einer Kulturflatrate würde bedeuten, dass jeder Urheber sich des Rechtes begeben muss und jeder Nutzung pauschal die Zustimmung erteilen muss, dann ist das eher kreativitättötend. Die Flatrate müsste dann einen höchst komplizierten Verfahren and die unterschiedlichen Künstler verteilt werden, da fürchte ich hohe Verwaltungskosten. Was wir brauchen ist ein durchsetzungfähiges Urheberrecht: Jeder Künstler muss entscheiden können, in welcher Form er seine Inhalte wirklich zur Nutzung bereithält. Ich bin sicher, dass wir ein Modell finden, damit das Geld bei denen ankommt, die die Idee hatten, die die Kreativität erbracht haben. </p>
<p><strong>Die FDP fordert in ihrem Wahlprogramm eine Internetrepublik Deutschland. Wie sieht die aus?</strong><br />
Das Internet ist das Medium der Zukunft und da muss man auch entsprechend handeln. Die Bundesregierung hat es versäumt, ein modernes Internetrecht in Deutschland zu schaffen. Das Telemediengesetz ist steinzeitlich, da gibt es Haftungsregelungen, die überhaupt nicht mehr in die Internetwelt passen. Wir haben drei Jahre lang dafür gekämpft, dass sich hier etwas ändert. Internetrepublik heißt, dass man alle Kommunikations-und Austauschmöglichkeiten, die das Internet bietet, offensiv zur Stärkung der kulturellen Vielfalt, Demokratie und Wettbewerbskraft unseres Landes nutzt. Die Konkurrenz in den anderen Ländern schläft nicht. Wir müssen die Digitalisierung unseres Landes vorantreiben.</p>
<p><strong>Was halten Sie vom Argumentationsleitfaden gegen die Piratenpartei, der von den Jungen Liberalen erstellt wurde?</strong><br />
Die JuLis weisen zurecht darauf hin, dass die Kreativität nicht gefördert wird, wenn man der Internetpiraterie das Wort redet. Die Piratenpartei gibt überhaupt keine Antwort darauf, wie denn Kreative, Künstler, Kulturschaffenden, Musiklabels und Filmproduzenten zu ihrem Geld kommen sollen. Wenn wir eine Kreativwirtschaft haben wollen &#8211; ein Bereich, der Zukunftschancen hat und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen kann &#8211; dann darf man nicht der Enteignung im Netz das Wort reden. </p>
<p><strong>Können Sie sich eine Koalition mit der Piratenpartei vorstellen?</strong><br />
Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass die Piratenpartei in den Bundestag kommt und ich kann mich auch nicht vorstellen, mit einer Ein-Themenpartei, die dieses Thema falsch behandelt, zusammenzuarbeiten. Und wer Herrn Tauss begeistert in seiner Partei aufnimmt, ohne dass die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn abschließend geklärt sind, der ist sowieso nicht ganz bei Trost. </p>
<p><strong>Welchen Stellenwert hat bei der FDP Intimsphäre und informationelle Selbstbestimmung?</strong><br />
Einen sehr großen. Das ist ein Riesenthema gerade in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing. Ich denke, dass jeder, der seine Vorlieben, Hobbys, Freunde usw. öffentlich macht, wissen muss, dass das ewig im Netz steht und auch von Nachteil sein kann. Man muss also ein bisschen aufpassen, was man ins Netz stellt. Fremde dürfen nicht in die Intimsphäre eindringen. Wir sind der Meinung, dass diese Online-Durchsuchungen, die von der Großen Koalition zur Strafrechtsverfolgung gefordert werden, falsch sind. Wir halten auch nichts von der Vorratsdatenspeicherung.  Wir sind eine Rechtsstaatspartei und deshalb sind wir auf diesem Auge besonders wachsam.</p>
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		<title>Malte Spitz (Grüne) im Interview</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 20:55:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>
		<category><![CDATA[breitbandversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[grüne]]></category>
		<category><![CDATA[internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[malte spitz]]></category>
		<category><![CDATA[mario sixtus]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Güldner]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[open-source]]></category>
		<category><![CDATA[piratenpartei]]></category>
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		<category><![CDATA[zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die “Sendung mit dem Internet” haben wir mit Malte Spitz über Internetthemen gesprochen. Er ist im Bundesvorstand der Grünen und kennt sich aus im Netz. Hier das Interview mit [...]<!-- AddThis Button BEGIN -->
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für die “Sendung mit dem Internet” haben wir mit Malte Spitz über Internetthemen gesprochen. Er ist im Bundesvorstand der Grünen und kennt sich aus im Netz. Hier das Interview mit ihm in leicht geglätteter und gekürzter Form.</strong></p>
<p><strong>Im Grünen-Parteiprogramm fordern sie nicht nur die flächendeckende Breitbandversorgung, sondern auch öffentliche Wlan-Zugänge. Wie wollen Sie das Ziel erreichen?</strong><br />
Da geht es um die Frage, wie man ein tagtägliches Problem praktisch lst. Man kann die Frage &#8220;offene Wlan-Netze&#8221; dahingehend lösen, indem man Rechtsunsicherheiten löst, also Steine aus dem Weg räumt &#8211; und es auf der anderen Seite auch politisch fordert. Weil es natürlich wichtig ist, dass man möglichst überall ins Internet kommt. Wlan an öffentlichen Plätzen und im Umkreis von Schulen kann sehr vorteilhaft sein, an diesen Plätzen sind tagtäglich Leute und würden diese Angebote auch nutzen. Das wollen wir sowohl kommunalpolitisch vorantreiben, aber auch von Bundesebene Akzente setzen &#8211; wie eine rechtliche Klärung, aber auch die Förderung von bestimmten Projekten.<br />
<strong><br />
Viele verstehen das Internet ja nicht so richtig. Das haben die Grünen erkannt und wollen die Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und auch bei Erwachsenen stärken. Wie wollen Sie das Ziel erreichen &#8211; da wurde in den vergangenen Jahren ja schon viel versucht. </strong><br />
Da wird natürlich viel versucht. Aber das ist auch eine praktische Frage. Aktuell gibt es die Diskussion, wie es mit der Medienprojektförderung von Bundesseite weiter geht. Da gibt es derzeit auch Leute im Bundesministerium, die überlegen, die Förderung eher umzuschichten. Für uns ist das klar der falsche Weg. Das muss auch der 30-, 40- oder 60-Jährige genauso lernen wie der Zehnjährige. Da unterscheiden wir uns schon von anderen Parteien: Wir fordern Medienkompetenz für die gesamte Bevölkerung. Eine praktische Lösung wäre ein Förderprogramm für eine gewisse Zeit. Zum Beispiel in Volkshochschulen, wo nicht nur das Zehnfingertippen vermittelt wird, sondern auch Grundkenntnisse im Bereich Datenschutz, welche Rechte ich habe und und und..</p>
<p><strong>Beim Verbraucherschutz fordern Sie ja eine klarere Kennzeichnung von kostenpflichtigen Angeboten, ein ordentliches Gewährleistungs- und Widerrufsrecht, eine ordentliche Speicherung und Verarbeitung von persönlichen Daten wo sehen Sie da konkret die größte Baustelle? </strong><br />
Eine große Baustelle sehe ich bei der Verknüpfung Datenschutz und Verbraucherschutz &#8211; also welche Rechte ich als Verbraucher gegenüber Unternehmen habe. Wir wollen, dass man als Verbraucher fragen darf und auch eine ausführliche Antwort darauf bekommt, welche Daten abgespeichert wurden. Und dann reicht es nicht mehr aus, wenn sich Unternehmen selber preisen, dass sie zig Milliarden Daten der Bundesbürger haben. Solche Antworten darf es zukünftig nicht mehr geben. Der Verbraucher muss das Recht haben, zu wissen, welche Daten da abgespeichert sind.</p>
<p><strong>Thema Wirtschaft: Da spielt Open Source eine wichtige Rolle. Wie verdient man denn mit freier Software Geld?</strong><br />
Ich glaube, es gibt in Deutschland genug Beispiele, wie Unternehmen mit Open-Source-Produkten Geld verdienen. Zum Beispiel gibt es in der Nähe von Düsseldorf Unternehmen wie <a href="http://www.tarent.com/">Tarent</a> in Bonn, die haben mittlerweile glaub ich 50 Mitarbeiter &#8211; und bieten reine Open-Source-Dienstleistungen an. Die treiben eigene Produkte voran &#8211; und weniger die Monopole der letzten 25, 30 Jahre wie Microsoft und andere große Datenbankenanbieter. Das ist ein Punkt, den wir fördern wollen, weil wir sagen, dass das die Zukunft ist. Open-Source-Produkte sind deutlich sinnvoller &#8211; deswegen haben wir uns auch gegen die Softwarepatentrichtlinie so intensiv eingebracht, weil wir die Vorschläge der Europäischen Kommission klar abgelehnt haben.</p>
<p><strong>Stichwort Internetsperren bei Kinderpornografie: Da waren die Grünen ja im Prinzip dagegen, viele haben sich aber auch enthalten. Bitte fassen Sie die Position der Grünen noch einmal zusammen.</strong><br />
Wir lehnen die aktuellen Pläne ab, weil wir sie technisch, aber auch rechtsstaatlich nicht für verantwortbar halten. Wir wollen den Aufbau einer so umfassenden Sperrinfrastruktur nicht. Diese Position haben wir auf dem Bundesparteitag verabschiedet, das steht in unserem Wahlprogramm drin und das wurde ohne Gegenstimmen beschlossen. Wir haben da eine relativ deutliche Position, die wir auch auf den unterschiedlichen Ebenen kundgetan haben, waren bei Aktionen dabei, bei Demonstrationen, bei Mahnwachen wie der Sperrwache direkt am Tag vor der Verabschiedung, um kundzutun, dass wir diese ablehnen.<br />
Natürlich haben sich auch 15 grüne Bundestagsabgeordnete enthalten &#8211;  aber es gab von uns keine Zustimmung zu den Plänen. Und der <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/144723/zur+unertraeglichen+leichtigkeit+des+internetgruenen">Beitrag, der jetzt von unserem grünen Bremer Fraktionsvorsitzenden im Internet verbreitet wird</a>, ist die Meinung des Bremer Fraktionsvorsitzenden und nicht die Position von Bündnis90/Die Grünen.</p>
<p><strong>Ja, das kam ja von Matthias Güldner, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen in Bremen. Der hat geschrieben: <em>&#8220;Da ist zum Beispiel das Argument, die Sperren könnten umgangen werden. Da haben sich einige wohl das Hirn herausgetwittert. Genauso gut könnte die Tatsache, dass Morde begangen werden, obwohl sie verboten sind, als Argument gegen den Mordparagraphen im Strafgesetzbuch angeführt werden. Die ständig umgangenen Umweltgesetze könnte man sich gleich komplett schenken. Auch wird behauptet, das Gesetz nütze nichts gegen Kinderpornographie. Jeder weiß, dass es kein Allheilmittel ist.&#8221;</em> Was haben Sie gedacht, als Sie das gelesen haben?</strong><br />
Als ich das gestern gelesen habe, war ich so zwischen &#8220;Oh Mein Gott&#8221; bis &#8220;Spinnt der eigentlich&#8221; bis &#8220;Wie kann man sowas schreiben?&#8221;. Also fassungslos, Wut im Bauch.  Ich frage mich, wie jemand, der bei uns Fraktionsvorsitzender ist, Leute &#8211; und das sind nicht nur die 20- bis 25-jährigen Internetnerds sondern auch Leute mit Kindern, Opas, Oma  &#8211; so pauschal abverurteilen. Das finde ich falsch. Jetzt muss man sehen, ob es da eine weitere Diskussion zwischen Matthias Güldner und <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/das-netz-ist-nicht-buergerrechtsfrei.html?tx_ttnews[backPid]=10&#038;cHash=561847049f">den Grünen</a> gibt, die ja eine klare Mehrheit ist. </p>
<p><strong>Mario Sixtus hat bei Twitter geschrieben: &#8220;<a href="http://twitter.com/sixtus/status/2858133266">Das Drittel eurer Fraktion, dass sich bei #Zensursula enthielt, hat sich auch nicht um die Grüne-Position geschert, oder was?</a>&#8220;</strong><br />
Ich hab da auch schon drauf geantwortet. Es gibt da unterschiedliche Meinungen. Es gibt da gerade Leute, die aus dem Kinderschutzbereich kommen oder in entsprechenden Organisationen aktiv sind &#8211; die vertreten zum Teil einen andere Meinung. Deshalb haben wir diese Positionsfindung im Wahlprogram vorgenommen, um da Klarheit zu haben. Ich will da niemanden seine eigene Meinung absprechen, die kann ja jeder vertreten, ich finde nur, dass man einen gewissen Grad an Seriösität wahren sollte.<br />
<strong><br />
Anscheinend konnten Sie Ihre Position noch nicht allen Mitgliedern überzeugend erklären. Haben Sie da noch Nachholbedarf?</strong><br />
Klar. Das ist so ein Thema wie die Anti-Atomfrage, die diskutieren wir seit Parteigründung, also seit 30 Jahren. Die netzpolitsche Themen sind erst seit fünf, sechs Jahren einem größen Teil der Bevölkerung und Parteimitgliedern bekannt. Natürlich gibt es da Nachholbedarf, oder eher Bedarf, darüber zu informieren  &#8211; bei uns Grünen, aber auch in der Gesellschaft.<br />
Was sehr deutlich wurde in den Monaten: Wenn man diese Diskussion führt und zwar sachlich, und man sich sich nicht nach den zweiten, oder dritten Satz nur noch anschreit, kommt man schnell an den Punkt, dass die Von-der-Leyen-Pläne Probleme haben und Fragen aufwerfen. Diese Diskussion muss man jetzt führen. Der Wahlkampf ist dafür sicherlich ein richtiger Zeitpunkt, weil man da möglichst viele Leute, vieel Politiker, bei allen Parteien findet und sie mit dieser Diskussion konfrontieren kann.</p>
<p><strong>Welche Herausforderung stellt für Sie die Piratenpartei dar?</strong><br />
Ich verfolge die Piratenpartei bereits seit zwei, drei Jahren. Ich kenne auch viele Piraten und war auch schon auf deren Veranstaltungen. Ich glaube, dass man zum Teil ein Wählerspektrum anspricht, dass sehr nah beieinander ist. Ich finde, dass wir Grüne uns mit unseren netzpolitischen Positionen, die ja die Hauptpunkte der Piratenpartei sind, nicht verstecken brauchen. Klar sind die Piraten, was junges, was frischen und haben deshalb einen gewissen Charme. Sie sind natürlich eine Konkurrenz für uns, aber ich glaube, dass wir uns inhaltlich nicht hinter ihnen verstecken müssen.</p>
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		<title>Die Parteien und das Internet: Grüne</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 11:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Bluhm</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich der anstehenden Bundestagswahl wollen wir von der “Sendung mit dem Internet” in den kommenden Wochen die Wahlprogramme der Parteien beleuchten: Was planen die Parteien für die Generation Internet? Wie sind die Positionen zu Urheberrechtsfragen, Internetsperren und Datenschutz? Im zweiten Teil der Serie haben wir das <a href="http://www.gruene-partei.de/cms/files/dokbin/295/295495.wahlprogramm_komplett_2009.pdf">Programm der Grünen</a> unter die Lupe genommen. </strong></p>
<p>Schon auf den ersten Blick bestätigen die Grünen ein Vorurteil: Während sich die CDU auf 65 Seiten zu ihren Standpunkten äußerte, haben die Grünen dafür 221 Seiten gebraucht. Aber dafür haben sie auch ein fünfseitiges Kapitel über das Internet drin. Und sogar im Vorwort sprechen sich die Grünen schon für das Ende des Speicherns von Daten auf Vorrat und Verdacht aus und sagen, dass sie die Partei der Freiheit des Internets sind.</p>
<p>Aber auch abseits des Internetkapitels taucht das Netz auf: Im Kapitel &#8220;Anders wirtschaften&#8221; wird eine neue  Kultur der Selbstständigkeit (Exzellente Bedingungen für Tüftler, Existenzgründer, mehr Innovationsklima) gefordert, genauso wie eine solidarische Ökonomie und einer kreative Wirtschaft (Unterstützung der Open-Source- und Freie-Software-Bewegung). Und auch bei der Steuererklärung setzen die Grünen aufs Internet und fordern, dass die elektronische Steuererklärung für alle Betriebssyteme, insbesondere auch<br />
&#8220;Open-Source&#8221;-Betriebssysteme, zur Verfügung gestellt wird. Im Kapitel &#8220;Anwälte der Bürgerrechte&#8221; findet das Netz genauso Erwähnung (&#8220;Nein&#8221; zur heimlichen Computerausforschung und zur Vorratsdatenspeicherung). Oder im Kapitel &#8220;Vorsicht Kultur&#8221;: Unabhängigkeit und Vielfalt<br />
der Medien, Stärkung von Bürgermedien, Offenen Kanälen und Blogs und Internet-Breitbandzugang für alle werden dort gefordert. Pressefreiheit müsse auch für Blogs und Foren gelten, Meinungsvielfalt und Unabhängigkeit. Das 13. Kapitel widmet sich dann noch einmal kompakt unter dem Titel &#8220;Digital ist besser &#8211; für ein freies Internet&#8221; dem Netz. Zu allererst fällt auf: Die Grünen scheinen in ihren Reihen ein paar einflussreiche Junge zu haben. Denn da wird erkannt, dass wir uns in einem neuen Zeitalter befinden, mit neuen Möglichkeiten der Kommunikation, Vernetzung und Information. Zusammenfassend die Positionen der Grünen zu den wichtigsten Themen im Überblick.</p>
<p><strong>1. Breitbandversorgung:</strong> Da es keine digitale Spaltung der Gesellschaft geben darf, sind auch die Grünen für eine flächendeckende Breitbandversorgung. Allerdings gehen sie noch einen Schritt weiter und setzen sich für ein System öffentlicher W-Lan-Zugänge ein.</p>
<p><strong>2. Freiheit im Netz:</strong> Immer wieder betonen die Grünen, wie wichtig die Freiheit im Netz ist. Weil sie wollen, dass möglichst jeder das Internet nutzen kann. Die zentralen Forderungen: Förderung von freien Formaten, Creative Commons, freie Software, Open Access, offene, patentfreie Standards, gleiche Datenformate. Die Grünen sind gegen Internetsperren, Filterung des Datenverkehrs &#8211; also gegen alles, was die Freiheit der Internetkultur einschränkt.</p>
<p><strong>3. Internetsperren: </strong> Die Grünen sind gegen solche Sperren, weil diese &#8220;rechtsstaatlich und technisch unverantwortlich&#8221; seien. Ihre Strategie: eine bessere technische Ausstattung der Behörden, mehr Fachkräfte, eine schärfere Verfolgung der Täter vor allem durch weltweite Standards und eine bessere internationale Zusammenarbeit. Statt Sperren setzen die Grünen auf die Löschung von strafrechtlich relevanten Inhalten und wollen, dass ein neutrales Medium dieses Vorgehen steuert und filtert.</p>
<p><strong>4. Datenschutz:</strong> Stärkerer Datenschutz geht nur mit mehr Medienkompetenz. Deshalb setzen die Grünen auf Aufklärung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Es muss laut den Grünen möglich sein, sich anonym im Netz bewegen zu können. Außerdem sollen Speicherfristen auf ein Minimum verkürzt werden und das Recht auf umfangreiche Datenauskunft festgeschrieben werden. Mit den Grünen soll es keine Pflicht zur pauschalen Übertragung von Rechten am eigenen Bild, Text oder Video &#8211; wie in manchen sozialen Netzwerken üblich &#8211; geben.</p>
<p><strong>5. Medienkompetenz: </strong>Muss gefördert werden. Bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen.</p>
<p><strong>6. Internet als Wirtschaftsfaktor:</strong> Die Grünen wollen die digitalen Entwicklungen fördern, weil sie der Meinung sind, dass Open-Business-Modelle, wie die Freie-Software-Branche, zukunftssichere Arbeitsplätze und nachhaltige Innovationen schaffen. Die Grünen wollen eine Strategie entwickeln wie die Kreativ- und Digitalwirtschaft gefördert werden kann, wie etwa durch eine Aufname in die Künstlersozialversicherung.</p>
<p><strong>7. Urheberschutz:</strong> Die Grünen wollen das Urheberrecht reformieren. Wie diese Reform genau aussehen wird, bleibt unkonkret. Die Grünen finden, das geistige Werke vergütet werden sollten. Eine Lösung können pauschale Vergütungsmodelle sein. Wichtig ist ihnen die freie digitale Privatkopie und eine faire Lösung beim Urheberrecht im Internet. Keine pauschale Kriminalisierung. Eine Lösung könnte für die Grünen die Kulturflatrate sein.</p>
<p><strong>8. IT-Technologie:</strong> Die Grünen setzen sich für eine nachhaltige Technik, Schadstofffreiheit, Recyclingfähigkeit, niedriger Stromverbrauch ein und wollen, dass die Techniken und Technologien keine Gesundheits- und Umweltschäden mit sich bringen.</p>
<p><strong>9. Verbraucherschutz im Internet:</strong> Die Grünen wollen die Verbraucherrechte auch in der digitalen Welt gewährleisten. Klare Kennzeichnung von kostenpflichtigen Angeboten, ein ordentliches Gewährleistungs- und Widerrufsrecht, ordentliche Speicherung und Verarbeitung von persönlichen Daten.</p>
<p><strong>10. Netz als Chance für die Demokratie:</strong> Die Grünen sehen im Internet die Möglichkeit, der Demokratie &#8220;frischen Wind einzuhauchen&#8221;. Direkter Dialog, transparente Prozesse, mehr E-Demokratie, weniger Bürokratie.</p>
<p><em>Über das Programm der Grünen sprechen wir am Montag mit dem Grüne-Bundesvorstand Malte Spitz in der &#8220;Sendung mit dem Internet&#8221;. Haben Sie Fragen? Wollen Sie was konkreter wissen? Dann schreiben Sie uns!</em></p>
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