Nicht nur zahlreiche Unternehmen, die verstärkt mit dem Office-Paket von Microsoft arbeiten, dürften sich über den neusten (Genie-?)Streich des Windows-Herstellers gefreut haben: die Office Web Apps. Hierbei handelt es sich um die gewohnten Office-Programme Word, Excel, PowerPoint und OneNote, welche ab sofort über den Webbrowser direkt aus dem Netz aufgerufen werden können. Weder ist dafür irgendeine Installation nötig, noch werden die betreffenden Dokumente auf der eigenen Festplatte gespeichert – im Service inklusive ist nämlich auch eine virtuelle Festplatte mit dem Namen SkyDrive, welche jedem Anwender 25 GB an Speicherplatz zur Verfügung stellt.
Obwohl die Web Apps das Rad nicht neu erfinden (die Google Docs gibt es z.B. schon etwas länger), lohnt sich ein Blick nicht nur für eingefleischte Office-Nutzer. Zuvorderst sei erwähnt, dass die Web Apps einerseits kostenlos genutzt werden können, andererseits aber auch eine Windows Live ID voraussetzen. Nutzer von Hotmail oder etwa dem Microsoft Messenger haben bereits eine; alle anderen können sich kostenfrei ein Windows Live Konto auf der betreffenden Webseite anlegen. Sobald man sich in das Konto einloggt hat, können die Web Apps über den Button “Office” in der Navigationsleiste gestartet werden.
Nun können über die einzelnen Office-Programme neue Onlinedokumente erstellt oder bereits vorhandene bearbeitet werden. Die ersten Minuten geben aber schon zu erkennen, dass die Web Apps nicht mit dem vollen Umfang an Funktionen der lokalen Software-Variante von Office aufwarten kann. Zwar lassen sich alle nötigen Werkzeugen für das rasche Arbeiten im Browser finden, wichtige Details aber fehlen: So kann die Word App keine PDF-Dateien konvertieren, Excel lässt eine automatische Vervollständigung der Reihen vermissen und PowerPoint stellt keine komplexen Grafiken dar.
Probleme bereitet auch die Option, Onlinedokumente auf den heimischen Rechner zu exportieren, denn dies funktioniert nur, wenn auf dem betreffenden Computer das webfähige Office 2010 installiert ist; ältere Versionen unterstützen diesen Service leider nicht. Umgekehrt lassen sich Office-Dokumente von Zuhause auch nur mit Office 2010 in die Web Apps importieren. Ein großer Pluspunkt (und die eigentliche Daseinsberechtigung der Apps) aber ist, dass eigene Onlinedokumente für andere Nutzer freigeschaltet, damit diese dann von Dritten online eingesehen und bearbeitet werden können.
Ungeachtet dieser Kinderkrankheiten sind die neuen Office Web Apps zumindest einen Blick wert, denn sie sind kostenlos und bieten den gewohnten Office-Look. Auch ist es nicht unwahrscheinlich, dass Microsoft in naher Zukunft die Kanten in der Programmierung der Apps glätten wird – wenn es auch nur wegen des Konkurrenzdrucks geschieht.





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