Trotz Eis, Schnee und einer großen Zeitverschiebung kann man dabei sein, bei Vancouver 2010. Die neuen Medien machen es möglich; Echtzeit-Kommunikation über twitter, facebook und Co. erlaubt es Sportlern, Reportern und Fans, ihre Meinungen, Beobachtungen und Wahrnehmungen zu veröffentlichen. Jeder von uns kann hautnah dabei sein, ohne direkt an der Piste sehen zu müssen – es muss nur ein Zuschauer ein Foto mit seinem Smartphone schießen und es bei facebook hochladen. Ganze Mitschnitte von Sprüngen und Abfahrten sind über youtube zu sehen. Eine Entwicklung, die sich schon 2008 während der Sommerspiele in Peking abzeichnete, wenngleich damals durch die chinesische Regierung statt kontrolliert und kaum zugelassen. Das Internet verbindet mehr und mehr Kommunikation, Information und hautnahes Erleben – da ist es nur eine logische Konsequenz, dass der Markt heiß umkämpft wird.
Standard-Anbieter für Sport-Live-Ticker sind leicht zu finden: Da wären zum Beispiel der SPIEGEL, die BILD, die Extra-Seiten der ARD oder des ZDF, Fachpages wie kicker.de oder natürlich auch die offizielle Seite der Olympiade in Vancouver selbst.
Es gibt allerdings auch einige Seiten und Möglichkeiten, die Olympischen Winterspiele in Vancouver zu verfolgen, die über den klassischen Ticker hinausgehen und ein paar mehr Ansätze zum Lachen, aber auch zum Nachdenken, bieten. Dazu gehört unter anderem der Twitter-Account von Jörg Kachelmann. Der Wetter-Experte der ARD informiert im Micro-Blog über seine Wahrnehmung von Olympia – und das ist nicht nur das Wetter. Kommentare zur Eröffnungsfeier und zum Verhalten der Kanadier, die über das harmlose Geplänkel öffentlich-rechtlicher Berichterstattung hinausgehen und mehr liefern als nur pure Ergebnisse.
Ein bisschen blasser und trockener, trotz allem persönlicher und informativer als ein trockener Ticker sind Tweets von Katharina Witt – die ehemalige Sportlerin liefert zahlreiche Background-Informationen und informiert über die Arbeit hinter ihrem Job bei der ARD. So erfährt man zumindest, wie der Arbeitsalltag einer ARD-Expertin aussieht.
Neben den Micro-Blogs wird man jedoch auch überschüttet von Olympia-Tagebüchern, die mal mehr, mal weniger interessant und aktuell sind. So bieten zum Beispiel stern und focus Tagebücher beziehungsweise Kolummnen von Journalisten oder Experten an, die sehr unterhaltsam zu lesen, allerdings nicht aktuell sind. Das beste Tagebuch bietet – erstaunlicherweise – die ARD, wieder von Katharina Witt. Den Esprit, der den Tweets fehlt, kommt bei den Blogs zwar bieder, aber doch unterhaltsam und informativ besser zum Vorschein. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr Sportlerin Frau Witt noch ist!
Wenn Olympia nicht genug ist und man sportlich immer auf dem Laufenden bleiben will, Ticker und die Sport-Standards zu langweilig werden, gibt es immer noch zahlreiche Sport-Blogs, die teils witzig, teils sehr sachlich Sportberichterstattung betreiben. Das Fußball-Blog zum Beispiel ist sehr informativ und wird von mehreren Personen, teils mehrmals täglich, mit aktuellen Infos und Meinungen gefüttert. Dadurch ist zwar nicht zwangsläufig Überparteilichkeit gewährleistet – da aber zu jedem Verein jemand schreibt, kann sich der Leser selbst eine ausgewogene Meinung bilden. Außerdem werden nur über Bewerbungen Autoren zugelassen, sodass ein gewisses Niveau gewahrt ist. Ein weniger auf einen Sport bezogenes, dafür aber spannende Hintergründe ausleuchtendes Blog ist das Sportblog. Unbekannte Sportarten, Rand-Meinungen zu Olympia und die Betrachtung von Fußballspielern als Werbeträger sind Themen, die sehr deutlich den Anspruch des Blogs veranschaulichen. Ein weiteres Blog, das versucht, alles Sportarten zu berücksichtigen, ist das Sport-Blog von t-online. Regelmäßige Artikel in angemessenem Schreibstil zu allem, was die Sportwelt im Augenblick bewegt.
Olympia und Sport im Allgemeinen muss also nicht nur mit einem Fernseher oder Live-Übertragungen im Radio beendet sein. Auch in der Zeit ohne Wettbewerbe können Fans durch das Internet zahlreiche Dinge ausprobieren.
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Google greift an – nicht nur, wie bereits in der Gerüchteküche zu hören, 
