Holt ihr euch ein Facebook-Handy?

Wenn ihr euch demnächst ein neues iPhone holen wollt, überlegt es euch gut. Vielleicht lohnt es sich zu warten. Facebook soll 2013 ein eigenes Handy auf dem Markt bringen. Schon öfters habe ich darüber gesprochen, dass so ein Produkt für Facebook Sinn machen würde. Zuletzt vor einer Woche, als wir uns mit der Zukunft des Netzwerkes nach dem Börsengang beschäftigten.

Jetzt gibt es Gerüchte, dass es ab 2013 tatsächlich zu einem Facebook-Smartphone kommen soll. Entwickler, die früher am iPhone gearbeitet haben, sollen jetzt für Facebook arbeiten. Mark Zuckerberg will angeblich nicht, dass das soziale Netzwerk zu einer simplen App auf Smartphones verkommen. Er will das Gesamterlebnis.

Was für Facebook gilt, gilt auch für dessen Handy. Die perfekte Verzahnung mit dem System steht der totalen Datenkontrolle gegenüber, die so ein Handy ermöglicht. Auf letzteres ist Facebook angewiesen, um an uns Kunden noch besser zugeschnittene Werbung ausspielen zu können. Zudem lässt sich durch den Verkauf auch eine weitere Einnahmequelle erschließen. Zwar hat Facebook einen gigantischen potentiellen Kundenkreis, doch selbst Google scheiterte am Verkauf von Hardware. Aber vielleicht vielleicht sehnen sich die Facebook-Nutzer nach der perfekten Umgebung für ihr Netzwerk, dass sie nicht nur auf das Facebook-Handy warten, sondern auch direkt zugreifen.

Meine Frage an Euch: Wann würdet ihr ein Facebook-Handy nutzen?

Lesetipps zum Thema:

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Kaum ist Instagram für Android da, …

… glühen schon die Drähte bei Play, dem neuen Android-Store aus dem Hause Google. Mehr als 1.000.000 Mal ist Instragram für Android innerhalb der ersten 24 Stunden geladen worden.

Wie sehr die Android-Version erwartet wurde, hatte ich schon vor ein paar Wochen in den USA erlebt. Ich lauschte einem Interview mit dem Instagram-Gründer Kevin Systrom (siehe mein privates Blog). Als er bekanntgab, dass die Android-App kurz vor der Veröffentlichung stand, verbreitete sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer. Bis dato konnten nur iPhones, iPads und einige iPods Instagram nutzen. Trotzdem haben sich seit Herbst 2010 27 Millionen Nutzer engemeldet. Systrom bezeichnet schon seine Testversion als die beste “Android-App ever”. Sie sei super schnell, super stabil und sei sogar in einigen Punkten besser als die iPhone-App.

Tatsächlich: Instagram für Android kann fast alles, was auch die iPhone-Variante kann.  Fotos machen, direkt bearbeiten, Filter drüber legen, mit Freunden teilen oder direkt bei Facebook oder Twitter veröffentlichen. Nur der bliebete Tilt-Shift-Effekt geht nicht. Dafür können Android-Nutzer schon direkt vor der Aufnahme einen Bereich auswählen und das Foto beschneiden. Das geht beim iPhone nicht.

Die ersten Reaktionen trudeln auch schon ein: Viel Lob gibt es für die gute Geschwindigkeit der Foto-App. Kritik gibt es dafür, dass die App Zugriff auf die Kontakte der Nutzer haben möchte. Einige fragen zurecht: Wozu?

Die Nachfrage lässt sich leicht erklären. Während Early Adaptor und die Netzspalten der Medien in den letzten Wochen gerne über Path & Pinterest schrieben, zeigten Nutzungsstatistiken etwas anderes. Je nach Ranking waren es ganz andere Apps, die am Meisten von den Nutzern Tag für Tag aufgerufen worden. Meist ganz vorne mit dabei: Instagram. Und das obwohl es bis jetzt nur eine iOS-Version gab. Aber das hat sich ja nun geändert.

Instagram für Android gibt es bei Google Play.

Instagram für das iPhone oder das iPad gibt es im iTunes Store.

Zur offizilellen Instagram-Homepage.

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Der Montagsmaler-Hype: Draw Something (App-Tipp!)

Es ist Montag und statt euch zu Beginn der neuen Woche in den Alltag zu schicken kommen wir euch mit den Monatgsmalern um die Ecke. Denn darum geht es bei der App Draw Something, die wir euch als perfekte Ablenkung vom Bürojob, vom neuen Uni-Semester oder als Begleiter in den Osterferien empfehlen möchten.

Wenn ihr die Montagsmaler mögt,  werdet ihr diese App für euer Smartphone lieben. Draw Something – also zu deutsch: Zeichne etwas gibt es für Android,  das iPhone oder das iPad. In den USA nutzen die App bereits Millionen-Nutzer und jetzt wächst die Zahl der Fans auch in Deutschland.

Das Prinzip ist sehr einfach: Die App gibt es kostenlos, du kannst entweder dich mit deinen Facebook-Freunden verbinden oder deren Namen eingeben, um zu sehen, ob sie dabei sind. Wenn du eine Person ausgewählt hast, werden dir drei Begriffe vorgegeben. Einfach, mittel und schwer.  Zum Beispiel: Banane, Fähre und Beyoncé. Ich wähle Banane aus, male auf meinem Smartphone die Banane, kann mehrere Versuche unternehmen und dieser Malvorgang wird aufgezeichnet. Wenn ich fertig bin, wird dieser Malvorgang bei deinem Spielpartner 1-zu-1 abgespielt. Er hat Buchstaben zur Verfügung und kannst die Lösung eingeben. Gelingt das, bekommen wir beide Punkte. Dann ist der Spielpartner an der Reihe. Er kann auch einen aus drei Begriffen auswählen und muss diesen dann malen. Ich kann den dann raten. Mein Fazit nach dem Wochenende:  Das Suchtpotential ist wirklich hoch. Das macht Spaß, auch wenn mit englischen Begriffe gespielt wird.

In den ersten fünf Wochen ist die App 20 Millionen Mal herungergeladen worden.

Dieser Erfolg hat mehrere Gründe: Dazu gehört der Spaßfaktor, der durch die einfache Bedienung und die Zeitunabhängigkeit entsteht. Ich kann jetzt eine Runde spielen und der Spielpartner kann fortsetzen, wann es ihm passt. Hinzu kommt der Preisfaktor. Die App an sich ist ersteinmal kostenlos. Wer die App ohne Werbung haben möchte, kann die werbefreie Variante für nicht einmal einen Euro kaufen. Wer schneller neue Werkzeuge (neue Pinsel oder Farben) oder Punkte freispielen möchte, kann sich diese Elemente hinzukaufen.  So verdient die kleine Firma hinter Draw Something, Omgpop, direkt hunterttausende Dollar pro Tag. Die Farmville-Firma Zynga hat diesen Überraschungserfolg bei Omgpop beobachtet und direkt zugeschlagen: Für 180 Millionen US-Dollar ist die Firma aufgekauft worden, obwohl Draw Something erst seit einien Wochen auf dem Markt ist. So einen schnellen Erfolg einer App und einer damit verbundenen Verkauf habe ich noch nie gesehen.

Hier sind einige Linktipps:

P.S.: Wer eine Runde gegen mich antreten möchte; mein Spielername lautet „danielfiene“.

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ACTA — Hysterie und Remmidemmi?

Am Samstag soll es in ganz Deutschland Proteste gegen den völkerrechtlichen Vertrag ACTA geben. Auch in Düsseldorf will die Occupy-Bewegung ihren Protest an diesem Wochenende unter das Motto „Stopp ACTA!“ stellen und unterstützt die von der Piratenpartei organisierte Demonstration. Los geht es um 14 Uhr auf dem Heinrich-Heine-Platz.

Nun, das Problem bei dem Abkommen ist: Die möglichen Auswirkungen von ACTA sind schwer absehbar, noch dazu ist der Inhalt schwer zu verstehen. Selbst Experten sehen großen Interpretationsspielraum in den Vorlagen. Wer im Netz zu dem Thema recherchiert, stößt auf viel Kritik von Online-Aktivisten. Die Vorwürfe machen wirklich Angst, nüchtern betrachtet lassen diese sich aber meist nicht direkt belegen. Wer sich vernünftig über ACTA informieren möchte, hat es also nicht leicht. In unserer Sendung vom 30.01. habe wir eine Einführung in das Thema gegeben, wie auch im Podcast nachzuhören ist. Nach einer langen Diskussion im Team fragen wir uns: Ist das Hyterie? Ist das Remmidemmi? Oder wirklich ein Kampf um die Freiheit im Netz zu garantieren? Die Antwort könnte von einem Juristen kommen. Es kommt darauf an.

Auch Fachanwalt Thomas Stadler stellt sich in seinem Blog diese Frage. Er schreibt:

Wenn man sich den ACTA-Text anschaut, dann findet man dort fast nichts, was nicht in Deutschland ohnehin schon geltendes Recht wäre. ACTA geht allerdings punktuell über die bisherigen Regelungen des europäischen Rechts hinaus, was von Rechtswissenschaftlern kritisiert wird. Diese Feststellung ist einerseits erschreckend, weil sie belegt, dass Deutschland gerade in den letzten 10 Jahren das Urheberrecht und den gewerblichen Rechtsschutz fortlaufend zugunsten der Rechteinhaber verändert hat und praktisch alles was ACTA verlangt, längst umgesetzt hat.

Im weiteren Verlauf des Postings erklärt Stadler, welche Kritikpunkte der Gegner überhaupt nicht explizit im ACTA-Abkommen erwähnt werden, warum er das Abkommen dennoch für überbedenkenswert hält. „ACTA zememtiert eine urheberrechtliche Richtungsentscheidung, die einseitig die Rechteinhaber begünstig und wenig Rücksicht auf das Gemeinwohl nimmt“, so Stadler weiter.

Was aber interessant ist: Polen und Tschechien haben zwar neben 20 weiteren EU-Mitgliedsstaaten das Abkommen unterzeichnet, die Ratifizierung nach immensen Protesten ausgesetzt. Es dürfe der freie Zugang an Informationen für die Bürger nicht bedroht werden, ist aus einer Regierungs-Begründung zu hören.

In Deutschland steht die Ratifizierung noch an. Das bis dahin eine konstruktive und faktenreiche Debatte zwischen Netznutzern, Experten und Politikern stattfindet, ist sehr wünschenswert.

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Wenn #Occupy einen deutschen Apple-Store zur Schließung zwingt

An diesem Wochenende haben Protestler der #Occupy-Bewegung (oder die sich einfach dazuzählten) den Apple-Store zu einer früheren Schließung gezwungen. Eine kleine Gruppe kettete sich am Samstag an der Treppe im Store am Jungfernstieg fest. Ihr Ziel: Auf die schlechten Arbeitsbedingungen in den Apple-Zulieferfirmen aufmerksam zu machen. Natürlich gibt es auch ein YouTube-Video von der Aktion.

Die Aktion löst ein gewisses Befremden aus. Nicht zu unrecht wurde im Netz gefragt, was die Aktion gebracht hat. Zwar gab es Aufmerksamkeit für das Thema, für Wirbel sorgten aber eher zufällig anwesende Jugendliche, die zum Radau bereit waren. Ob sie genau wußten, worum es ging?

Das Thema Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen wird für Apple in den nächsten Wochen öfter ein Thema sein. Ende Januar hatte die New York Times mit einem Artikel für Aufsehen gesorgt, indem Apple scharf für die unmenschlichen Arbeitsbedingungen (und den damit sogar verbundenen Todesfällen) bei den Auftragsherstellern in China kritisiert wurde. Daraufhin hat sich Apple-Chef Tim Cook in einer E-Mail an seine Mitarbeiter geäußert, die dem Dienst 9to5mac.com vorliegt. Einige der Passagen sind von golem.de übersetzt worden. Darin heißt es: „Was wir nicht tun werden, und was wir nie getan haben, ist stillzustehen oder vor den Problemen in unserer Lieferkette die Augen zu verschließen.“ Doch genau dieses Verhalten wird von einem Ex-Manager von Apple in dem New York Times Artikel kritisiert.

Aussitzen will Apple das Thema nicht. Neben einer E-Mail an die Belegschaft, gibt es auch eine Webseite für die Öffentlichkeit. Unter dem Titel  „Supplier Responsibility at Apple“ (Zulieferer-Verantwortung bei Apple) zeigt der Konzern seine Sicht der Dinge, veröffentlicht einen Report, sowie eine Liste alle Zulieferfirmen.

Den Protestlern aus Hamburg scheint das nicht zu reichen. Den Vogel abgeschossen hat am Ende aber die Bild. In ihrem Nachbericht ist zu lesen:

„Der Laden musste vorzeitig schließenweshalb mehr als 50 Apple-Kunden frierend auf dem Jungfernstieg standen.“

Im Kontext der Arbeitsbedingungen einiger Zulieferfirmen wirkt das mehr als zynisch.

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Apple will in den Schulranzen

Um es gleich zu sagen: Apple ist bei seiner gestrigen Präsentation kein großer Wurf gelungen. Mein Freund Phil ist Lehrer und berichtet mir regelmässig über die digitalen Fortschritte der Klassenzimmer. Der Durchbruch lässt weiter auf sich warten, die Schulbuchbranche dominiert und eins wird deutlich: Apple will unbedingt in den Schulranzen.

iBooks gibt es jetzt in der Version 2.0. Jetzt kann mit Texten auch gearbeitet werden und Notizen sind möglich. iBooks Authors ist eine neue Software, mit der jeder eigene „interaktive“ eBooks schreiben kann, erste Versuche scheiterten aber an den US-Behörden.  Von Phil twitterte gestern: „Für uns ‚Ipad Lehrer‘ ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“

Beim Thema eBooks setze ich weiterhin auf diese zwei Alternativen: Den Kindle-Store von Amazon und Readmill als kollaborative Lese-App.  Was vielle nicht wissen: Das Kindle-System gibt es nicht nur auf dem Kindle-Lesegerät, sondern auch als App für das iPhone, iPad, Android, PC und Mac! Wegen der großen Storeauswahl und der Plattformvielfalt bevorzuge ich Kindle weiterhin.

Readmill ist ein soziales Netzwerk für Leser. Das Start-Up aus Berlin vernetzt euch mit euren Freunden und  lässt euch eure Notizen und Anmerkungen sogar für Andere freigeben. Das Leseerlebnis wird ein ganz anderes, wenn beim Lesen eines Buches Markierungen von Freunden erscheinen. Die Gründer haben die Idee zu Readmill gehabt, weil sie von der iBooks-Software so enttäuscht waren. Lesen reichte ihnen nicht. Zwar gibt es jetzt Notizen, aber keine soziale Vernetzung. Apple kann halt kein social. Das ist aber eine Voraussetzung, wenn man in den Schulranzen will.

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Kodak meldet Insolvenz an

Es ist das Unternehmen, das uns die ersten Bilder vom Mond gebracht hat und die Handkamera weltweit etablierte. Es ist aber auch das Unternehmen, das in seiner rund 130-jährigen Geschichte den Medienwandel wie kein anderes Unternehmen erlebte; und von Trends und Entwicklungen viel früher erwischt wurde: Kodak hat in den USA jetzt Gläubigerschutz beantragt. Bis 2013 möchte das Unternehmen diese Phase überstehen und sich in dieser Zeit sanieren. Vor rund fünf Jahren hat Kodak zuletzt Gewinne eingefahren. Der Wert des Unternehmens ist zudem über die Zeit dahin geschmolzen. Als Kodak 1892 in den USA gegründet wurde, stand es zunächst selbst für eine Revolution: Kodak bot die ersten industriell gefertigten Fotoapparate. Erst die Schwarz-Weiß-, dann die Farbfotographie. Erst die Analog-, dann die Digitalfotographie. Zwischendrin die erste Sofortbildkamera und der große Einfluss auf die gesamt Film- und Fotobranche. Obwohl sich Kodak immer wieder selbst überdacht und neu erfunden hat, hat dies vom heutigen Tag ausgehend nicht gereicht. Was verbindet ihr mit Kodak?

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Der Tag an dem Wikipedia ausgeschaltet ist

Heute ist der Tag, an dem die englische Wikipedia ausgeschaltet ist. Aus Protest. Gegen ein neues Gesetz aus den USA, mit dem Spitznamen SOPA. Stop Online Piracy Act. Die Wikpedia sagt: In diesem Gesetz geht es nicht darum, Piraterie zu stoppen, sondern um eine Zensurinfrastruktur zu etablieren. Die Grundfreiheit im Netz wird in Gefahr gesehen. Tausende Webseiten haben sich angeschlossen und für 24 Stunden dicht gemacht. Das englische Internet streikt. Die Kritiker sehen in diesem Gesetz die Arbeit von Medienunternehmen, die unter der Piraterie zu leiden haben. US-Präsident Obama hat mittlerweile seine Unterstützung für SOPA zurückgezogen. Er will das Gesetz nicht unterschreiben.

Update: Internetvordenker Clay Shirky erklärt in diesem Webvideo, warum er SOPA für eine schlechte Idee hält. Ein höchst sehenswertes Thema, wenn ihr euch über die Hintergründe von diesem geplanten US-Gesetz interessiert (via Medialdigital).

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