Die 107. Ausgabe der Sendung rund ums World Wide Web — in dieser Woche mit Sabine Piel. Auf der Agenda stehen diese Themen: Googles neue Nutzungsbedingungen, die ACTA-Gesetzgebung, Megaupload-Reloaded, das Düsseldorfer Photo-Weekend und die Heine-App.
1.) Google verändert seine Datenschutz- und Nutzungsbedingungen
Der größte Internet-Suchmaschinenanbieter der Welt verändert zum 01.03.2012 seine Nutzungsbedingungen. Für alle Google-Dienste fallen derzeit um die 70 Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen an, die man jetzt vereinfachen will. Die Summe der noch aktuellen Bestimmungen ist laut Google zu unübersichtlich und zu kompliziert. Darum werden ca. 60 dieser Nutzungsbedingungen wegfallen um einen schnelleren Überblick über die erfassten Daten zu erhalten.
Dazu schreibt Google in seinem Blog:”Was bedeuten die Änderungen in der Praxis? Die größte Veränderung ergibt sich für Nutzer mit Google-Konten. Unsere neue Datenschutzerklärung stellt klar, dass Daten, die ihr in einem Google-Dienst angebt, gegebenenfalls mit Informationen aus einem anderen verwendeten Google-Dienst zusammengeführt werden, wenn ihr angemeldet seid. Mit anderen Worten: Wir behandeln den Nutzer als ein- und dieselbe Person, auch wenn er verschiedene Google-Dienste verwendet – das macht die Nutzung unserer Produkte noch unkomplizierter und intuitiver.
Das bedeutet also, dass die Daten aus unterschiedlichen Google-Produkten miteinander genutzt werden können, wenn man beim jeweiligen Dienst, also z.B. Google+ angemeldet ist. Zum Teil kannte man die Verknüpfung schon von YouTube- und GoogleMail-Konten.
Das Ziel soll sein, dass die Suche bei Google noch genauer auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Das gilt natürlich genauso für die Werbung – daraus macht Google auch keinen Hehl. Die Werbung kann dann entsprechend besser dem Nutzer angepasst werden. Ganz wichtig aber - ein Verkauf der Nutzerdaten wird nach wie vor nicht stattfinden
2.) Acta-Aktuell
ACTA – das steht für Anti-Counterfeiting Trade Agreement und aktuell jede Menge Zündstoff.
Es geht dabei um ein Anti-Piraterie-Abkommen unter der Federführung von Japan und den USA. Vergangenen Donnerstag haben 22 Mitgliedstaaten der EU und die Europäische Union den Vertrag zum Abkommen unterschrieben. Dieser Vertrag muss jetzt noch von den einzelnen Ländern ratifiziert werden, was viele Diskussionen ausgelöst hat.
Auswirkungen des Abkommen wären zum Beispiel folgende: Damit Urheberrechtsansprüche im Internet auf internationaler Ebene durchgesetzt werden können, ist geplant, dass auch die Internetanbieter für eventuelle Urheberrechtsverletzungen ihrer Kunden haftbar gemacht werden können. Dieser Verantwortung hätten die Anbieter sich nur entziehen können, wenn sie sich dazu verpflichtet hätten, den Datenverkehr ihrer Kunden zu überwachen und sie nach dem “Three-Strikes”-Prinzip zu behandeln und ggf. auszuschließen – also dem Kunden nach einem dritten begangenen Urheberrechtsverstoß den Internetzugang gänzlich zu sperren.
Die Reaktionen zu ACTA fallen unterschiedlich aus. Ein handelspolitischer Sprecher der EU gab an, dass Internet und die Freiheit in Europa durch ACTA nicht gefährdet seien. Man wolle keine Seite beschränken oder schließen. Von der CDU heißt es, ACTA sei ein Meilenstein gegen Piraterie in Europa. Eine Europaabgeordnete der Grüne gab an, dass das Abkommen drastische Auswirkungen auf die Meinungs- und Infofreiheit in Europa habe und daher nicht durchgesetzt werden dürfe.
Brisant: Der Berichterstatter im federführenden Handelsausschuss, Kader Arif, des Europäischen Parlaments ist sogar unter scharfem Prozess wegen ACTA zurückgetreten: Das Abkommen sei laut ihm eine Maskerade – es gebe dabei weder Transparenz noch eine Einbindung der Zivilgesellschaft. Arif erwartet große Auswirkungen auf das leben eines jeden EU-Bürgers. In Polen sehen das die Menschen ähnlich, dort gibt es seit Tagen große Proteste.
Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums betonte, dass sich “an der deutschen Rechtslage nichts ändern wird”. Deutschland wird dem Abkommen wohl beitreten. Die Piratenpartei ruft in diesem Zusammenhang zu Protesten auf. Bevor ein Inkrafttreten von ACTAin Deutschland in Frage kommt, muss das Abkommen jedoch erst von dem Europaparlament und den nationalen Parlamenten gebilligt werden.
3.) Die Diskussion um Megaupload
Da verweisen wir mal direkt auf unseren Post von vergangenem Freitag.
4.) Düsseldorfer Photo-Weekend
Das Düsseldorfer Photo Weekend steht an! Dessen anlässlich werden am 4. Februar über 20 Galerien und Fotoausstellungen in Düsseldorf öffnen und zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet sein. Die Idee dahinter, erklärt NRW-Forums-Chef Werner Lippert: “Düsseldorf ist die Metropole der zeitgenössischen Fotographie – und das wollen wir damit nochmal unter Beweis stellen.”
An dem Tag eröffnet im NRW-Forum auch die Ausstellung “State of the Art Photography”. Die 20 Galerien sind nicht nur mit einem Shuttle-Service ganz in Echt verbunden, sondern auch virtuell – Foursquare macht’s möglich. Auf Foursquare gibt es eine Galerientour auf der alle Fotoaustellungen platziert sind. Und wenn man sich an einer der Locations befindet, kann man sich mit Foursquare auch in die anderen einchecken. Wer fleißig eincheckt, der wird auch direkt belohnt: Bei 5 Check Ins am Samstag erhält man im NRW-Forum als Special das aktuelle ART Magazin.
Wer schon mal das Programm für Samstag anschauen möchte , der sollte sich hier mal erkundigen. Durch die Integration des Dienstes Foursquare legt sich eine große soziale Ebene über die Stadt und Düsseldorf wird zu einer großen Galerie.
Wie sich das mit Foursquare genau darstellt, werden wir in einem Selbstversuch testen. Mehr dazu nächste Woche in der Sendung mit dem Internet (Montag, 06. 02., 18 Uhr, Antenne Düsseldorf) oder an dieser Stelle.
5.) Google, Telefonanbieter und Handydaten
Google spuckt ggf. zum eigenen Namen mehr Daten beim Suchergebnis aus als einem das selber so ganz recht ist – auch ohne, dass man sich selber bewusst irgendwo angemeldet oder seine Handynummer hinterlassen hat. Der Grund: man ist höchstwahrscheinlich beim Abschluss des Telefonvertrags unaufmerksam gewesen.
Anbieter von Telefonauskünften im Internet wie z.B. Go Yellow & co. erhalten und fragen von den jeweiligen Telefonanbietern Kundendaten ab, die sie dann im Internet auf den jeweiligen Homepages zu Verfügung stellen. Was auf den ersten Blick etwas dubios wirkt, ist aber alles rechtens. Das so genannte Telekommunikationsgesetz kommt hier ins Spiel und erlaubt den Austausch der Daten.
Die Kundendaten dürfen auch immer ins Internetangebot der Auskunftsdienstleister aufgenommen werden, es sei denn man hat vorher der Weitergabe seiner Daten widersprochen. Dafür gibt es in jedem Telefonvertrag einen so genannten Passus, und wenn man dem nicht zustimmt werden die Daten auch nicht ausgetauscht.
Um seine Daten aus dem Internet jetzt wieder verschwinden zulassen, muss man sich mit einen formlosen Brief an seinen Mobilfunk- und Festnetzprovider wenden. An dieser Stelle muss verlangt werden, dass man die persönlichen Daten löscht und für eine Weitergabe oder Aufnahme in Auskunftsverzeichnisse sperrt.
Das lässt sich allerdings leider nicht von heute auf morgen realisieren, sondern kann bis zu zwei Wochen dauern. Besser ist es dann also wenn man schon bei Vertragsabschluss nach dem Passus fragt und einer Datenweitergabe direkt widerspricht.
6.) Heine-App für’s Smartphone
Der Düsseldorfer Dichtervater kommt ab sofort auf’s Smartphone. Möglich macht’s die neue Heine App.
In Form eines Glückskekses, den man vom chinesischen Restaurant um die Ecke kennt, erreicht uns der Heine jeden Morgen auf’s neue auf unserem Mobiltelefon. Ist der Keks per Fingertipp – stilecht mit Knackgeräusch- geöffnet, liegt der Blick auf einen Spruch, einen Aphorismus oder ein kurzes Gedicht frei.
Die Idee zu der App, die vom Bochumer Daniel Springwald entwickelt worden ist, kam den Mitarbeitern von Heine-Institut im vergangenen Dezember auf der langen Heine-Nacht. Martin Willems vom Heine-Institut: “Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, gerade dem jüngeren Leute Heine und vielleicht sogar das Heine-Institut spielerisch und zeitgenössisch näherzubringen.”
Die nächste Sendung gibt es am kommenden Montag um 18 Uhr bei Antenne Düsseldorf.






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