In letzter Zeit ist das Kollektiv Anonymous vor allem durch die Hacker-Angriffe auf Mastercard, Visa oder PayPal aufgefallen. Dies geschah vor allem zur Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit im Bezug auf die Wikileaks-Dokumente. Die oben genannten Firmen hatten die Weitergabe von Spenden an die Whistleblower-Seite boykottiert und gelangten so in den Fokus von Anonymous. Das Kollektiv handelte dabei jedoch unabhängig von Wikileaks. Dadurch kann leicht ein vorurteilsbehaftetes Bild entstehen, das vor allem die eigentlichen Beweggründe nicht exakt widerspiegelt.
Wie entstand Anonymous?
Im Grunde genommen entstand Anonymous in dem offenen Bilderforum 4chan. Dort kann jeder Bilder posten und kommentieren – das auch ohne Anmeldung. Gibt man bei seinem Eintrag keinen Namen an, so erscheint “Anonymous” als Spitzname. Erstmals wirklich aktiv wurde das Kollektiv nach der Veröffentlichung eines Videos, in dem Tom Cruise aggresiv für Scientology wirbt. Der Sekte schien das Auftreten des Schauspielers selbst nicht zu gefallen und so versuchten sie es von der Videoplattform zu entfernen. Anonymous sah das Recht auf Meinungsfreiheit bedroht und ging gegen Scientology vor. Dies geschah zum einen durch Internetattacken, aber größtenteils durch friedliche Proteste.
Der Aufbau von Anonymous
Das Interessante an Anonymous ist, das es eigentlich gar keinen Aufbau gibt. Wie der Begriff Kollektiv schon andeutet, sind sie eine Gruppe mit ähnlichen Interessen, die jedoch komplett ohne Anführer agieren. Das wird vor allem auch durch das Logo dargestellt, das einen Mann im Anzug zeigt, der jedoch keinen Kopf hat. Dadurch können natürlich auch Situationen entstehen in denen sich die Mitglieder uneinig sind. So distanzieren sich manche auch von den aktuellsten Hacker-Angriffen. Anonymous-Gruppen gibt es mittlerweile überall auf der Welt. Auch in deutschen Städten, wie Berlin oder Düsseldorf, gibt es immer wieder Demonstrationen gegen Scientology.
Was sind die Ziele?
Am Anfang stand vor allem die Sekte Scientology im Fokus des Kollektivs. Durch Demonstrationen auf der ganzen Welt fordern sie ein Verbot der “Glaubensgemeinschaft”. Bei diesen Demonstrationen treten die Mitglieder immer mit Masken auf, die meist den Freiheitskämpfer Guy Fawkes darstellen und in dem Comic “V wie Vendetta” vorkommen. Diese sollen vor allem ihre Idendtität schützen und eine Verfolgung durch Scientology-Anhänger verhindern. Natürlich haben sie aber auch einen symbolischen Wert.
Das eigentlich übergeordnete Ziel von Anonymous ist aber eigentlich die Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit. Aus diesem Grund gingen sie in letzter Zeit auch gegen Staats-Zensur und eben gegen Wikileaks-Gegner vor. Dies geschah Anfangs durch die sogenannte “Operation Payback”, bei denen die Internetseiten von Paypal, Visa und Co durch illegale DDOS-Attacken lahmgelegt wurden. Jetzt haben Sie allerdings ihre Strategie geändert und versuchen es mit der “Operation Leakspin”, bei denen das Internet durch die brisantesten Wikileaks-Dokumente überflutet werden soll.
Links
Die Seite von Anonymous in Deutschland
Die Seite von Anonymous in Düsseldorf (im Moment jedoch nicht erreichbar)





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