Mountain Lion ist da! Kein Jahr nach der Veröffentlichung des Vorgängers Lion bringt Apple bereits eine neue Version des Betriebssystems heraus.
Was Nerds freut: Apple hat bereits verkündet, dass es den jährlichen Zyklus der Updates beibehalten wird. iPhone und iPad-Nutzer sind die jährlichen großen Versionssprünge ja schon von iOS gewohnt. Und überhaupt steckt eine ganze Menge vom mobilen Betriebssystem iOS in Mountain Lion.
Die Neuerungen reichen dabei von unscheinbar bis offensichtlich, wirkliche Innovationen vermisst man, dafür sind, meiner Meinung nach, längst überfällige Funktionen endlich auf dem Mac angekommen.

Neue Apps: Notizen, Erinnerungen
Die Notizen haben eine eigene App bekommen. Vorher waren sie in Apples Mail-Client versteckt, nun haben sie das aus iOS bekannte Design verpasst bekommen. Und sogar inhaltlich gleichen sie sich: habt ihr nämlich iCloud aktiviert, werden die Notizen über alle Geräte hinweg synchronisiert. Für mich endlich ein Grund, diese App stärker zu nutzen.

Als neue App gesellt sich auch noch “Erinnerungen” dazu! Nun habe ich endlich eine eingebaute To-Do-Liste. Tolles Feature: die ortstbasierten Erinnerungen, die ihr schon vom iPhone kennt, kommen jetzt auch auf den Mac. Dort lassen sie sich nicht nur bequem erstellen, sie wandern auch über iCloud direkt auf euer iPhone und ihr werdet unterwegs erinnert werde, wenn ihr einen vorher festlegten Ort erreicht.

Der Mac in der Wolke
Mit iCloud scheint Apple auf das richtige Pferd zu setzen: eingebaute, systemweite Synchronisation, die es dem Nutzer erlaubt, seine Daten unabhängig von den Geräten zu nutzen – ohne, dass er selbst tätig werden muss. Mit dem neuen iWork lassen sich so endlich auch Präsentationen und Textdateien unterwegs bearbeiten: Uni-Präsentationen kann ich so bequem im Zug auf dem iPad beginnen. Dank iCloud muss nun nicht mehr umständlich exportieren und Dateien hin und herschieben, das passiert jetzt alles automatisch!

Ebenfalls praktisch: ich kann einzelne Dateien komplett in iCloud ablegen. Beim “Datei öffnen”-Dialog lässt sich jetzt zwischen lokalen Dateien und Dateien in iCloud hin- und herschalten. Auch cool: Per Drag und Drop könnt ihr in iCloud Ordner mit den Dateien erstellen. Möchtet ihr Dateien auf dem Desktop haben, so genügt es, sie aus dem Fenster hinauszuziehen. Umgekehrt geht das auch: einfach Dateien direkt die iCloud schieben.
Nachrichten für alle
Was früher der Chatclient “iChat” war und mit Chatdiensten wie ICQ oder MSN gefüttert wurde, heißt heute schlicht “Nachrichten” und ist den meisten von euch bekannt von der SMS-App auf eurem iPhone. Wenn dort beim Schreiben der “Senden”-Knopf blau wird, dann versendet ihr keine SMS mehr, sondern eine iMessage. Mit Mountain Lion landen diese nun ebenfalls auf dem Mac. So könnt ihr überall mit euren Freunden Nachrichten schreiben: eine Unterhaltung, die auf dem iPhone beginnt, kann später auf dem Mac fortgesetzt werden.
Aber auch die alten Chat-Dienste lassen sich hier einrichten. Was viele nicht wissen: auch der Facebook-Chat lässt sich so in das Betriebsystem integrieren. Es genügt, das “Jabber-Protokoll” auszuwählen, seine Facebook-Emailadresse und das Passwort einzutragen und der Chat läuft. Ab sofort tauchen so die Nachrichten der Facebook-Freunde im Notification-Center auf!
Ein Gedächtnis für den Mac
Damit ihr keine Nachrichten, Emails, Softwareupdates und Erinnerungen verpasst, die da so täglich über den Bildschirm fliegen, hat Apple das Notification-Center auf den Mac gebracht. Elegant schiebt ihr auf Knopfdruck oder Zwei-Finger-Swipe vom rechten Rand euren Desktop zur Seite und das Notification-Center wird sichtbar. Hier werden alle Benachrichtigungen gesammelt.

Kleines Highlight: auf Wunsch könnt ihr die Notifications auch einfach deaktivieren (einfach runterscrollen, bis der Schalter sichtbar wird). Wird ein Beamer angeschlossen, stellt das Betriebsystem die Benachrichtigungen sogar automatisch ab und erspart euch die ein oder andere peinliche Benachrichtigung. Ergänzt wird es durch die Möglichkeit, daraus direkt Tweets abzusetzen.
Kleines Highlight: die Diktierfunktion
Die ersten Tests funktionierten erstaunlich gut bei mir. Es erleichtert unglaublich die Texteingabe, wenn ihr mal keine Lust zu tippen habt. Wenn ihr euch erst einmal daran gewöhnt habt, die Satzzeichen zu diktieren, und auf natürliche Art und Weise mit dem Computer zu sprechen, dann ist die Sache sehr cool.

Sitzt man zudem noch in einer ruhigen Umgebung, und hat Internet, dann sollte dem Diktiergerät Diktier-Glück eigentlich nichts mehr im Wege stehen – von ein paar Missverständnissen einmal abgesehen.
Das soziale Betriebssystem
Ab sofort kann man alles teilen, was man so im Internet findet oder auf seiner Platte hat. Egal ob Twitter, Flickr, Vimeo oder Nachrichten, die Share-Funktion ist in fast jedes Programm integriert: Webseiten teilen mit Safari, Notizen per Email senden, PDF in Vorschau weitersenden und Bilder aus Quicklook teilen – vieles ist möglich.

Eine sehr praktische Funktion – und auch noch richtig klasse animiert! Probiert es unbedingt mal aus, wenn ihr Mountain Lion habt. Für Herbst ist auch die Facebook-Integration angekündigt. Die Integration wird sich dabei auch auf Kontakte und Kalender ausweiten, wobei die Daten dort nur von Facebook abgeholt werden, nicht aber auch gleichzeitig an Facebook gesendet werden.
Kleine Änderungen im System
Zum Abschluss noch ein paar winzige Details, die jedes Nerdherz höher schlagen lassen: Wenn ihr mit zwei Fingern auf dem Trackpad bleibt, werden die schwarzen Scrollbalken dauerhaft angezeigt. Außerdem überlappen sich die Scrollbalken jetzt, wenn sie sich rechts unten in der Ecke treffen.
Auch Auto-Save hat Fine-Tuning erhalten, so wurde beispielsweise das automatische Sperren von Änderungen entfernt. Das Design von Adressbuch und Kalender wurde leicht angepasst: es gibt nun wieder drei Spalten und beim Kalenderdesign wurden die Nähte wieder entfernt – gelb bleibt er trotzdem.
Das Launchpad wird, dank Suchfunktion, endlich benutzbar: einfach per Geste das Launchpad starten und dann die Anfangsbuchstaben des gesuchten Programms eintippen. Geht sogar noch schneller als mit Spotlight. Auch das Dock hat eine Veränderung erfahren: es ist matter geworden, und die Anzeige für geöffnete Programme wird jetzt nur noch in Form kleiner Lichter unten am Rand dargestellt – sehr dezent, aber dennoch erkennbar. Notiz am Rande: die Software-Updates sind nun in den Mac App Store gewandert – und das Notification Center informiert, dank Push, über neue Updates.

Game Center gibt es zwar auch noch, aber mal ehrlich: wer nutzt das schon?
Wie sind eure Erfahrungen mit Mountain Lion? Welches ist euer Lieblingsfeature? Und was vermisst ihr?
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