Im Netz wird gerade eifrig disktuiert: Hat die CDU Twitter-Follower gekauft um besser als die SPD in diesem sozialen Netzwerk dazustehen? Sicher ist: Was für den Sportler das Doping ist, sind Fake-Freunde und -Follower bei Facebook & Twitter.
Der Düsseldorfer Journalist Jens Schröder war eigentlich mit einer Recherche um die Aktivitäten deutscher Politiker in sozialen Netzwerken beschäftigt, als er eine interessante Entdeckung machte. Die SPD führte knapp vor der CDU, was die Zahl der Twitter-Follower anging. Innerhalb von drei Tagen machte die Zahl der Follower bei dem CDU-News-Twitter-Account einen deutlichen Sprung nach oben. Von rund 20.000 auf rund zusätzliche 5.000 Personen, die die Kurznachrichten von twitter.com/cdu_news folgen. Ein ungewöhnlich starker Anstieg. So etwas passiert nur bei aussergewöhnlichen Situationen und Nachrichtenlagen. Die gab es Ende April aber nicht.
Jens Schröder schaute sich die Follower an: Sie hatten nicht nur komische Namen und kaum Freunde und bisher selbst kaum getwittert – sie kamen auch weniger aus Deutschland, sondern häufig aus Venezuela, Milwaukee und Indien. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Der Verdacht: Hat die CDU etwa Follower gekauft? Entsprechende Dienste gibt es. Sie verkaufen Follower und Freunde für soziale Netzwerke. Das Doping des Social Web.
Im ZDF-Blog Hyperland machte Schröder jetzt seine Entdeckung publik. Die CDU weist jegliche Schuld von sich und beteuert nie Follower gekauft zu haben. Theoretisch könnte auch einfach e,in einfaches CDU-Mitglied die Follower gekauft haben, um etwas aus seiner Sicht gutes zu tun. 5.000 Freunde kosten nur rund 30 Dollar. Theoretisch könnte auch ein CDU-Gegner die Follower kaufen, in der Hoffnung dies würde Negativ-PR verschaffen. Wie dem auch sei: Die Zahl der Follower und Freunde sind unter Konkurrenten eine überbewertete Messlatte. Zeit dies zu überdenken.
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Die Followerzahl wird in meinen Augen auf jeden Fall überbewertet.
Was allerdings dazu geführt haben könnte, wären –neben Follower kaufen– Twitter Ads. Zwar kann man seine Zielgruppe definieren, aber am Ende folgen einem “fast nur” irgendwelche Accounts, die auf Auto-Follow-Back hoffen.
Das war jedenfalls meine Erfahrung.
Die Followeranzahl steigt zwar, jedoch nur mit Followern, die einem im Prinzip nichts bringen, da keinerlei Zusammenhang oder Interessenübereinstimmung vorhanden ist.