
Der neue Flughafen in Berlin kommt nicht aus den Schlagzeilen: Erst musste der Start drastisch verschoben werden. In diesem Jahr wird das nix mehr. Dann gibt es neuen Ärger: Das Bundesverwaltungsgericht prüft in dieser Woche die geplanten Flugrouten. Die Anwohner klagten. Es ist aber nicht alles schlecht am neuen Flughafen in der Hauptstadt. Die Art wie wir uns informieren werden verändert sich drastisch. Von der großen Anzeigetafel müssen wir uns verabschieden
Wenn am Freitag die Sommerferien beginnen und ihr in die Ferien aufbrechen, dann bleibt doch einmal in der Halle des Hauptbahnhofs stehen. Oder im Abflugbereich des Flughafens. Schaut hoch; auf die große Anzeige, die uns unsere Reiseziele, Uhrzeiten, Verspätungen, Gleise und Gates anzeigt. Ein Symbol von weitläufigkeit und scheinbar grenzenloser Mobilität. Ein Symbol, das irgendwann nicht mehr gebraucht wird.
Im neuen Berliner Flughafen wird es keine Anzeigetafel mehr geben. Die sei zwar romantisch, aber nicht mehr State of The Art – wie es die Verantwortlichen dort bezeichnen. Die Reisenden des neuen Berliner Flughafens können sich die Fluginformationen dann nur noch auf Monitoren oder ihren Smartphones abrufen. Eine Berliner Agentur liefert passend dazu das Programm Airport 3.0. Das bringt ortsbasierte echtzeit Flug-Informationen auf die Smartphone-Bildschirme der Passagiere. Das soll die Zukunft sein.
Da ist es nur eine Frage der Zeit bis andere Flughäfen und Bahnhöfe bei der nächsten Rennovierung die Anzeigetafel in Betrieb halten. Schon jetzt gibt es nach dem Umbau des Düsseldorfer Hauptbahnhof viele große neue Farb-Displays statt Flächen für Werbeplakate. Die versorgen uns mit Nachrichtenschlagzeilen und Werbevideos.
Werde ihr die alten raternden Anzeigetafelen an Flughäfen und Bahnhöfen vermissen?
Foto von Daniel Fiene: Das ist die Anzeigetafel auf Flughafen Berlin Tegel. Sie hat noch eine Schonfrist für einige Monate bekommen.
Lesen Sie auch dies - unsere Empfehlung:



Es ist doch der Charme in den Bahnhöfen und Airports dieser Welt, an einem großen, zentralen Platz zu stehen und gemeinsam in die höhe zu schauen. Ich werde sie vermissen (vielleicht nicht alle Arten von Anzeigetafeln ) diese Dinger. Denn wenn man erblich ist, das die Anzeigetafel Twitter 1.0 war, kann man ja nicht leugnen. Nur dort konnte man ein stöhnen durch die Halle hören, wenn das kleine Feld am rechten Rand auf einmal bis zur Anzeige 30 Minuten später drehte.