Wann habt ihr als Eltern zuletzt über die Privatsphäre eures Kindes nachgedacht? Viele Eltern vergessen oft die Privatsphäre der Kindes im Netz.
Letztens war es wieder da: Das nackt badende Kind in meiner Facebook-Timeline. Veröffentlicht von einem Vater, der im Job eigentlich Verantwortung übernimmt. So ein Vorfall hat mich nicht zum ersten Mal irritiert. Er ist nicht der einzige: In einer Forsa-Umfrage unter mehr als 500 deutschen Eltern von Kindern zwischen null und sechs Jahren erfahren wir, dass ein Viertel der Väter und Mütter im Sommer vorhaben, Urlaubsfotos ihrer Kinder ins Internet zu stellen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist.
Es geht noch extremer: Lehrer haben mehrere Grundschulkinder von einer Unterrichtsstunde mit einem Geschichtenerzähler ausgeschlossen, weil deren Eltern nicht wollten, dass Bilder ihrer Kinder danach auf Facebook gestellt werden. Das zeigt, nicht nur Eltern, sondern auch Erzieher müssen Verantwortung üben. Der Kollege Hennign Bulka schlug vor ein paar Tagen bei sich im Blog den Eltern vor, sich doch einfach mal in die Lage der Kinder zu versetzen: Was sagen denn Kinder, wenn sie – wahrscheinlich mitten in der Pubertät – feststellen, dass ihre Eltern pausenlos Fotos von ihnen veröffentlicht haben? Eine Freundin von mir macht das gut: Sie zeigt bei Facebook, Twitter oder im Blog nur Kinderbilder, auf denen das Gesicht des Kindes nie zu sehen ist. Die ganzen Fotos gibt es nur beim persönlichen Kaffeeklatsch.
Wie haltet ihr es mit Kinderfotos im Netz?
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Ich habe eine 10 Monate alte Tochter, für die ich zu ihrer Geburt einen Blog eingerichtet habe, auf dem wir Fotos und Videos von ihr hochladen. So können unsere weit entfernten Verwandten und Freunde immer sehen, welche Fortschritte sie macht.
Der Blog enthält keinen Text und ist deshalb über Suchmaschinen nicht so leicht zu finden. Außerdem verzichte ich darauf, Nacktfotos oder -videos zu veröffentlichen.
Ich weiß nicht, wie meine Tochter später auf den Blog reagieren wird, wenn sie älter ist, aber ich denke mir, da der Blog einigermaßen versteckt ist und ich sie nicht in die “Öffentlichkeit” zerre, dürfte das okay für sie sein. Und vielleicht freut sie sich sogar später darüber, so viele (Bewegt-)Bilder von sich sehen zu können.
Morgen Alex,
das ist gut zu lesen, dass du dir Gedanken machst, wie du wo und für wen Fotos online stellst. Hast du eigentlich auch mal drüber nach gedacht, das Blog mit einem Passwort zu schützen? Das ist technisch bei den meisten Anbietern ja möglich. Kann ja auch ein einfaches für die Verwandtschaft sein. Überlege ob sowas mehr Vor- oder mehr Nachteile hätte.
Von meiner Tochter stelle ich keine Bilder ins Netz auf denen sie zu erkennen ist. Nacktbilder kämen schon mal rein gar nicht in Frage. Die Bilder, die ich ins Netz stelle, lassen meine Lütte nicht erkennen. Also maximal von hinten, oder eben Ausschnitte vom Bild. Im Großen und Ganzen verzichte ich aber ganz. Lediglich im Blog, wenn es zum Beitrag passt.
Sehe das ähnlich wie Alex. Meine Kinder sind mittlerweile 10 und knapp 12 Jahre alt. Ich hatte auch mit – damals noch – einer Webseite während der Schwangerschaft angefangen, dann Blog, zwischendurch mal reine Bildergalerien auf dem eigenen Server oder auch bei Flickr. Facebook kam erst viel später.
Da Familie und Freunde international weit verstreut sind funktioniert das mit dem “Kaffeeklatsch” bei uns nicht. Geschlossene, private Lösungen hatte ich gelegentlich mal versucht aber wegen der schwierigeren Zugänglichkeit wieder verworfen.
Ich habe meine Kinder früh, schon im Kindergarten, bei Auswahl und Hochladen der Bilder eingebunden. Dabei wurde auch immer erklärt warum z.B. Nacktbilder nicht in die Auswahl kommen. Die Eltern von Freunden müssen gefragt werden. Mittlerweile schicken die Beiden mir Fotos die sie zeigen möchten per Mail von den eigenen Kameras und ich segne das nur noch ab.
Ich habe den Eindruck das meine Kinder durch diese jahrelange Praxis gut mit dem eigenen Bild in Onlinemedien umgehen können. Natürlich kann man meckern das man am Besten gar keine Fotos von sich oder der Familie einstellen sollte, aber das finde ich angesichts von Instagram & Co doch etwas blauäugig gedacht. Die jetzige Kindergeneration wächst mit der öffentlichen Selbstpräsentation ganz selbstverständlich auf. Die Kompetenz mit dieser Darstellung umzugehen und Bilduploads bewusst zu filtern ist da mMn viel wichtiger als ein generelles “dagegen” von Familienfotos im Internet.
Moin,
ich habe auch einen Blog für Paten und Verwandtschaft eingerichtet. Der ist nur mit Benutzernamen und Passwort zu betreten und taucht nicht in Suchmaschinen auf.
Wordpress Plugin: Authenticator
Ich selbst bin bei Fotos von mir sehr zurückhaltend. Als Fotograf habe ich mich mit dem Thema “Rechte am Bild” beschäftigen müssen. Und hier kann und möchte ich nicht entscheiden, welche Fotos meine Kinder später im Netz veröffentlichen möchten. Das sollen sie dann selbst entscheiden.
Außerdem möchte ich auch alle Rechte an meinen Bildern behalten und nicht an Facebook oder Google abtreten. Ich hänge meine Urlaubsbilder ja auch nicht beim nächsten EDEKA an die Pinnwand, so das sie jeder sehen und mitnehmen kann.
Gruß
Wolfram
Ich habe zwar keine Kinder, würde aber garantiert KEINE Nacktfotos ins Netz stellen. Ich kann mich noch gut an meine Jugendjahre erinnern, als meine Eltern bei Verwandten und meinem ersten Freund Nacktfotos von mir als Kleinstkind oder Baby gezeigt haben. Ich habe geheult vor Wut, Scham und vermutlich auch Unverständnis. Sowas würde ich meinen Kindern nicht antun wollen. Und bei meinen Fotos waren es wirklich nur ausgesuchte Freunde. Aber wenn ich bedenke, das so viele Leute noch nicht mal wissen, das man manche Dinge nicht direkt komplett öffentlich posten muss, tun mir die armen Kinder schon extrem leid.