Herzlich willkommen zur 121. Sendung mit dem Internet. Natürlich können wir uns nicht dem Börsengang von Facebook entziehen, wir fragen uns aber viel mehr: Wie sieht die Zukunft von dem sozialen Netzwerk aus?
Durch die Sendung führt Sabine Piel. Am kommenden Pfingstmontag gibt es keine neue Ausgabe. Am 4. Juni begrüßt euch dann wieder Daniel Fiene an dieser Stelle.
1.) Die Zukunft mit Facebook – mit dem sozialem Netzwerk und dem Börsengang
Seit letzter Woche ist die Zukunft von Mark Zuckerberg richtig gut gesattelt, denn er brachte sein Unternehmen an die Börse. Das klingt alles nach einer recht soliden Grundlage, aber ist es das tatsächlich auch? Facebook muss jetzt erst einmal lernen damit umzugehen sich mit der öffentlichen Aufmerksamkeit auseinander zusetzen. Jetzt kommen Börsenexperten und Finanzprofis mit den Unterschiedlichsten Interessen hinzu, die ihre Meinungen lautstark und Medienwirksam platzieren. Hinzu kommen noch die Aufsichtsbehörden, das wird für den sonst so verschlossenen Konzern nicht einfach. Allerdings wird erwartet das Facebook jetzt mit einer Reihe von neuen Funktionen an den Start geht. Jetzt fragen wir uns, was es für Funktionen sein könnten? Also, es sind Fotos aufgetaucht, die das Design der Chronik zeigen. Es könnte sein, die noch junge Chronik, direkt überarbeitet wird. Länger ist schon ein eigenes Facebook-Smartphone im Gespräch. Denn Amazons Erfolg mit dem eReader Kindle und dem Tablet Kindle Fire zeigen eine spannende Tendenz. Facebook will alles aus einer Hand anbieten. Konkrete Hinweise gibt es aber nicht. Der zweite Punkt der erwartet wird, ist eine Facebook-Kreditkarte. Dann weiß Facebook nicht nur was wir online kaufen sondern auch in welchen Geschäften. Bisher funktioniert Facebook ja nur über die Werbung, doch da gibt es einige Kritikpunkte, wie sehen die aus? Der Hauptvorwurf ist Facebook platziert die Werbung neben Nachrichten oder Fotos von Freunden. Dafür seien die Benutzer gar nicht empfänglich. Direkt vor dem Börsengang hat General Motors bekanntgegeben, dass sämtliche Werbung auf Facebook gestoppt werde, da diese nichts bringen. Und da geht es um 10 Millionen US Dollar. Dann hatte Facebook kürzlich eine Konferenz für Unternehmen veranstaltet und dort gab es eine negative Überraschung für die Werbetreibenden. Nur 16% aller Facebookbenutzer, die auf gefällt mir gedrückt haben registrieren die Botschaft der Werbemarke. Der Rest bekommt die gar nicht erst angezeigt, ist gerade nicht online oder ist sonst wie abgelenkt. Wie nutzt denn die Konkurrenz die ganze Aufregung um Facebook? Bei Facebook schwingen immer die Datenschutzsorgen mit. Twitter hat die Gunst der Stunde genutzt und angekündigt, dass Tracking des Twitterbuttons auf anderen Seiten optional abzuschalten. Wer also im Web unterwegs ist und auf Seiten trifft, die einen Twitterbutton haben, der kann sagen ‚Ich möchte nicht, dass Twitter jetzt hier die Daten von mir speichert.‘ und so eine Webesitenhistorie erstellt. Das soziale Netzwerk Facebook möchte aber diese Daten nämlich unbedingt haben.
Siehe auch ein Bericht bei Focus Online.
2.) Reaktion im Netz von der Entscheidung des DFB-Gerichts
Das Internet hat am 21.05.2012 viel Reagiert. Reagiert auf die Entscheidung vom DFB Sportgericht. Fortuna war heute in sozialen Netzwerken – Live Tickern und Kurznachrichtendiensten das Top Thema. Es hagelte Posts und Kommentare – überall! Der Kollege Joachim Bonn, du hast das ganze verfolgt. Was gab es da im Netz zu lesen? Joachim fand es sehr amüsant mit wie viel Zynismus viele das Geschehen beim Sportgericht verfolgt haben. Die Urteilsverkündung war eigentlich für 15h angekündigt, dies hatte sich für kurze Zeit verzögert. Die TAZ schrieb auf Twitter: ‚Urteilsverkündung verzögert sich – klar, es geht ja auch um Berlin.‘ Unter anderem schrieb einer: ‚Eilmeldung: Fortuna-Düsseldorf stürmen vor der Urteilsverkündung das DFB-Sportgericht, weil sie einen Richterhammergehört haben!‘. Als dann endlich das Urteil kam hieß es ganz deutlich, dass es kein Wiederholungsspiel geben wird. Dann wurde getwittert: ‚Was die Berliner auf den Dörfern jetzt wohl für eine Todesangst vor den Kühen und Hühnern haben werden!‘. Darüber hinaus kam dann die nächste Meldung, dass Berlin vor das Bundesgericht ziehen will. Demzufolge entfachte überall im Internet eine noch größere Diskussion. Auf dem Tagesspiegel schrieb zum Beispiel jemand: ‚34 Spieltage nix auf die Reihe bekommen und dann versuchen, es am grünen Tisch zu schaffen. Geht’s noch peinlicher?‘ Auch bei Antenne Düsseldorfs Facebookseite hagelte es nur so vor Kommentaren. Wie waren die Reaktionen in Frankfurt beim Sportgericht? Auf Spiegel-Online wurde der Sportgerichtsvorsitzende Hans Lorenz zitiert mit: ‚Das war eine schwierige Entscheidung für uns‘, ‚Auch wenn der Einspruch keinen Erfolg hatte, sagen wir ausdrücklich, dass wir Verständnis haben, dass der Verein nach diesem Strohhalm gegriffen hat.‘. Allerdings scheint dieser Strohhalm aus den Augen von Hertha’s Anwalt Schickhardt eher als großer Löffel des Glücks bewertet zu werden.
3.) Google Knowledge Graph – Das neue schlauere Google
Gemeint ist damit ein neues Projekt bei Google, nämlich der Google Knowledge Graph. Denn wirklich schlau sind Internetsuchen bisher nicht. Das soll sich aber jetzt ändern. Aber was kann die Funktion genau? Die Idee dahinter ist, dass die Informationen, die es alle schon gibt, zusammengeführt werden, und zwar in einem sogenanneten semantischen Netz aus Begriffen. Eigentlich kennt das jeder, der schon einmal Wikipedia benutzt hat. Ganz unten am Ende des Artikels steht immer eine ganze Reihe von Schlagwörtern. Angenommen bei ‚Düsseldorf‘ stehen z.B. die Kategorien ‚Deutsche Großstadt‘, ‚Ort am Rhein‘ und ‚Deutsche Universitätsstadt‘. Wikipedia weiß also, dass es sich bei dem Begriff ‚Düsseldorf‘ nicht nur um ein Wort mit der Buchstabenfolge handelt, sondern dass ‚Düsseldorf‘ eben eine große, deutsche Universitätsstadt am Rhein ist. Und so soll das in naher Zukunft bei Google auch funktionieren. Eigentlich eine spannende Sache, aber wie soll das ganze genau aussehen? Zukünftig soll dann auf der rechten Seite neben den Suchergebnissen ein Kasten erscheinen mit Basisinfos zu Düsseldorf. Als Beispiel die ersten paar Sätze des Wikipedia-Atrikels, eine Karte, ein paar Zahlen wie Fläche, Einwohner und dazu noch ein paar Bilder. Dazu kommt dann noch eine ganze Reihe von Kategorien durch die man sich dann klicken kann. Das Besondere am Knowledge Graph von Google ist: Dieser Kasten zum Suchbegriff sieht immer anders aus – weil Google ja dann weiß, dass Düsseldorf eben eine Stadt ist und die sinnvollen Daten für Städte ausspuckt. Bei anderen Begriffen sieht das dann auch entsprechend anders aus. Also, bei einem Musiker gibt’s dann vielleicht Links zu seinen Songs auf Google Music, bei einem Film vielleicht das Video mit dem Trailer auf YouTube. Die Informationen, die Google also sowieso schon hat, werden miteinander kombiniert und zusammengefasst. So soll die Suche dann also mehr und mehr zu einer echten Wissensdatenbank werden.
4.) In 80 Sekunden durchs Internet – Stuffle it
Das alte Sofa loswerden, das einem noch nie gefallen hat und nur sinnlos im Keller rumsteht. Oder die alte Spielzeugkiste verhökern, in die man eh nicht mehr reinschaut – all das funktioniert wunderbar auf einem Flohmarkt, oder im digitalen Zeitalter zum Beispiel auch über eBay. Aber, das Internet wäre nicht das Internet, wenn es dafür nicht mittlerweile auch eine hippe App geben würde. Und es gibt sie, ‚Stuffle it“‘heißt sie. ‚Stuffle it‘ ist eine App für das iPhone. Einmal runtergeladen,
meldest du dich mit deinen Facebook-Nutzerdaten an, und kannst dann im Loslegen. Man macht ein Foto von dem was man verkaufen will und dann erstellst du eine kurze Beschreibung und legst einen Preis fest. Demzufolge kannst du das Angebot einstellen. Das wird mit Geodaten versehen, das heißt, die potenziellen Käufer wissen genau, wo sich das Objekt befindet. Bis dahin muss man dann warten bis sich ein Käufer gefunden hat. Der kann dann entweder direkt deinen Preis bestätigen oder mit einem handeln. Wenn man sich dann einig geworden ist, trifft man sich, und tauscht die Ware gegen Geld. Andersrum funktioniert es genauso. Man stöbert durch die Angebote und bestätigt ein Angebot von jemand anderem. Geplant ist wohl auch eine Android-App. Ob und wann die kommt, das hängt aber vor allem davon ab, wie erfolgreich die App erst mal auf den ganzen iPhones ist. Bisher ist das erstmal eine Art Testballon.
5.) Game Update – Diablo 3
Am Ende aller Tage wird die Gerechtigkeit scheitern. Seit dem 15. Mai 2012 liegen uns teuflische Tage vor. Die Entwickler haben sich in den Kellern eingeschlossen – und nach Diablo 2 – jetzt ganz frisch auf dem Markt – Diablo 3 – nach schlappen 12 Jahren Wartezeit. Das Warten hat sich gelohnt sagen viele – schon jetzt wird es als ‘Spiel des Jahres’ betitelt. So lange hat die Spiele Community noch nie auf eine Fortsetzung gewartet. Was haben die die ganze Zeit gemacht? Das weiß keiner so genau. Es gab immer nur Spekulationen und Gerüchte wann Diablo 3 rauskommt, denn die Blizzard-Mitarbeiter haben sich immer ganz geschickt rausgeredet. Worum geht es denn eigentlich in Diablo 3? Alles was in Diablo 1 und 2 Passiert ist liegt ja jetzt nun einige Zeit zurück. Blizzard hat diese Zeitspanne berücksichtigt und eine Figur geboren – “Leah” – ein Erzählercharakter – und Sie bekommt alles was passiert ist von ihrem Onkel Deckard erzählt und beigebracht. Die Geschehnisse um die Dämonen Mephisto, Diablo und Baal, die damals viel Angst und Schrecken verbreitet haben, die sind für sie nur noch ein Mythos. Und – auch in Diablo 3 gibt es wieder viele Dämonen – gegen die wir kämpfen müssen um die Welt zu retten. Zur Auswahl für seinen Helden, den man spielt, stehen der alt bekannte Barbar, der Zauberer, der Hexendoktor, der Dämonenjäger und der Mönch zur Verfügung. Das erklärt aber immer noch nicht, was einen so an Diablo fesselt. Was ist es denn nun? Ganz einfach, es ist einfach die Geschichte, die einen so fesselt. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht und vor allen Dingen, was es für ein Ende hat. Gleichzeitig möchte man auch seinen Helden weiter ausrüsten mit Waffen und Rüstungen. Es ist das typische Hack&Slay-Game, also ein Monster-Tot-Klick-Spiel. Und das allerwichtigste, was am meisten Spaß macht, ist das man mit seinen Freunden zusammen spielen kann – und das kostenlos.
6.) Die Signit Konferenz
Gerade in Köln zu Ende gegangen, die Signit Konferenz. Das ist eine Konferenz, organisiert vom Chaos Computer Club kurz CCC. Drei Tage hat sie gedauert, 700 Leute haben teilgenommen. Wenn man nun schreiben würde, dass es nur ums hacken gehen würde, wäre das vollkommen zu kurz gegriffen. Wir erklären warum. Weil auf der Signit eine ganze Bandbreite an Themen abgewälzt wurden, und die verschiedenen Themen, zu denen es Vorträge gab einfach zeigen, dass „nur“ hacken, zu kurz gegriffen wäre. Außerdem ist das immer so eine Sache, wenn man von Hackern spricht. Denn dann ist das für die meisten doch direkt negativ gemeint. Und genau darum geht es dem Chaos Computer Club ja unter anderem auch – hier eine Ethik zu etablieren. Diese Ethik würden bedeutet „verantwortungsbewusst“ mit dem was man kann, umzugehen. Stefan Urbach vom CCC sagte zum Beispiel in seiner Ansprache, ‚dass Hacker sich mehr für den Frieden, und die Rechte anderer einsetzen sollten. Wer als Hacker für Waffenhersteller oder Geheimdienste arbeitet, handelt weder moralisch noch ethisch.‘ Hacker müssten sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein. Ein anderes großes Thema war Cybercrime. Ein Thema, wo sich laut CCC zeigt, dass auf politischer Ebene, gerade in der EU, zu viel Unwissenheit herrscht. Man muss auch dazu sagen, dass der Chaos Computer Club sich für grenzüberschreitende Informationsfreiheit einsetzt. Andere Themen waren die ewige Diskussion um das Urheberrecht. Unter anderem wurde auch über das Android Hacking gesprochen.
Meldungen der Woche
Seit Sonntagabend läuft in Chicago der zweitägige Nato-Gipfel. Im Vorfeld hatte es auf den Straßen heftige Proteste von Nato-Gegnern gegeben. Mehrere Menschen wurden festgenommen, die Brandanschläge geplant hatten, der Kampf der Nato Gegner findet aber auch im Netz statt. Internet-Aktivisten haben gestern von angeblichen Angriffen auf offizielle Infoseiten der Nato berichtet. Sie sollen aus dem Umfeld von Anonymous stammen. Auch die Seiten der Stadt und der Polizei in Chicago seien Ziel des Angriffs gewesen. Ein Mitarbeiter der Nato bestätigte, dass es den Versuch eines Angriffs gegeben habe, und dass es Zugangsprobleme gab. Die Behörden untersuchen jetzt, ob es wirklich einen Cyberangriff gab.
Die SPD ist nämlich offenbar auch Opfer von Hackern geworden. Und zwar wurde in das Computernetz der SPD-Parteizentrale in Berlin eingedrungen. Dabei klauten die Hacker mindestens 1900 Zugangsdaten, samt Passwörtern von Nutzern. Und veröffentlichten die auf einer Internetplattform. Zu dem Übergriff kam es schon im April, der Server sei danach sofort vom Netz genommen worden, heißt es von der SPD. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen „Aussähens von Daten“.
Die pakistanische Regierung hat die Sperrung des Kurznachrichtendienstes Twitter wieder aufgehoben. Der Grund für die Anweisung des Informationsministeriums sei ihm nicht bekannt. Das sagte ein Sprecher der Telekommunikationsbehörde in Islamabad am Montag. Dasselbe Ministerium hatte den Zugang zu Twitter am Sonntag wegen angeblich blasphemischer Inhalte blockieren lassen. Vor zwei Jahren war in dem streng muslimischen Land aus ähnlichen Gründen vorübergehend der Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook blockiert worden. Nach Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed – die Muslime als blasphemisch empfunden hatten – in Dänemark war es 2005 zu schweren Unruhen mit Toten in Pakistan und im benachbarten Afghanistan gekommen.
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