Sendung vom 23.01.2012: Unseriöse Arbeitsangebote, SOPA & PIPA, SMS-Aus, Apple & Ranzen, Google & soziale Suche

Zeit für Ausgabe 106 von unserem familiären Internet-Magazin: Arbeitsagentur warnt vor unserösen Jobangeoten, Internetproteste gegen SOPA und PIPA, SMS vor dem Aus?, Apple will in den Schulranzen, Google nimmt Veränderungen vor. In dieser Woche mit Sabine Piel und Daniel Fiene.

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1. ) Bundesagentur für Arbeit warnt vor unserösen Jobangeboten via eMail

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnt vor falschen Jobangeboten im Internet, die  momentan häufig in deutschen eMail-Postfächern landen.  Die Mails bieten einem einen  lukrativen Job an – die Absicht dahinter ist aber eine ganz andere.

Peter Wege von der Bundesagentur für Arbeit Düsseldorf klärt auf:  „Vor allem, wenn die Mails aus dem Ausland kommen und darin behauptet wird, man habe die Kontaktdaten von den lokalen Arbeitsagenturen erhalten, sollte man stutzig werden. Die hiesigen Agenturen verwenden nämlich ein gänzlich anderes Verfahren und benachrichtigen ihre Kunden über ein eventuelles Angebot in der Regel nur per Briefpost; in zeitlich dringenden Fällen auch mal per Telefon. Generell sind unangekündigte Angebote der BA völlig unüblich. Bevor ein Angebot unterbreitet wird, wird der Kunde immer kontaktiert.“

Die Mails können gefährlich sein, weil damit Datendiebstahl betrieben werden kann – wenn man denn drauf antwortet. Oftmals stehen dahinter Personen, die es auf die klassischen Privat- bzw. Kontaktdaten abgesehen haben. Die betreffenden Mails sollten also ohne weiteres gelöscht werden.

2.) Internetproteste gegen SOPA und PIPA

Vergangenen Mittwoch (18.01.) protestierten viele Internetdienste gegen zwei geplante Internetgesetze namens SOPA („Stop Online Piracy Act“) und PIPA („Protect IP Act“), mit denen Software-, Film- und Musikpiraterie bekämpft werden sollen.  Die Aktion die dabei am Meisten Aufsehen erregte, ging auf das Konto des freien Online-Lexikons Wikipedia, das sein Onlineangebot in den USA für 24 Stunden vom Netz nahm. Auch tausende weitere Websites haben ihre Seite schwarz eingefärbt um sich an dem Protest zu beteiligen, Google hat indirekt an den Protesten mitgewirkt, da die Suchmaschine den Link zu einer Online-Petition gegen das Gesetz platziert hatte, die 4,5 Millionen mal unterzeichnet wurde.
Die Gesetztesentwürfe sollen die Urheberrechte schützen und richten sich gegen Piraterie und Fälschungen, also vor allem gegen illegale Musik- und Filmdownloads sowie Software-Benutzung.

Kritiker der Gesetzte befürchten, dass das Internet dadurch massiv zensiert werden könnte, was ist ihrer Meinung nach eine Gefahr für die Meinungsfreiheit und Innovationen im Netz ist.  Der Großteil der Gegner ist nicht für weniger Urheberrechtsschutz,  sondern hält die Vorlagen für ungeeignet, da schon jetzt Copyright geschützte Fotos oder ein von dir musikalisch untermaltes Urlaubsvideo nach US-Recht als Urheberrechtsverletzungen verfolgt werden kann. Die neuen Gesetze würden das drastisch verschärfen, da hierbei ein System eingeführt würde, bei dem jeder Website-Betreiber jeden beliebigen Inhalt, der über seine Seite veröffentlicht wird, vorab prüfen müsste. Diese Überprüfung würde z.B. bei FB und Twitter gar nicht funktionieren.
Im Weißen Haus ist man bereits auf den Protest aufmerksam geworden und  will sich in den kommenden Tagen zu weiter dazu äußern.

3.) „RCS“-Dienst soll Überleben der SMS sichern

Immer mehr Verbraucher nutzen kostenlose Internet-Apps wie What’s App oder Facebook für Kurznachrichten. Mit einer gemeinsamen Aktion wollen deutsche Mobilfunker ein Aus der SMS verhindern. Die mit SMS erzielten Erlöse der Mobilfunkunternehmen sind in der jüngeren Vergangenheit stark zurückgegangen. Telekom, Vodafone und O2 wollen einen gemeinsamen Dienst namens RCS (rich communication suit) starten. Dahinter verbirgt sich ein Nachrichtendienst für‘s Handy, der es ermöglichen soll, Textnachrichten, Bilder, Dateien und Videos zu versenden. Das Besondere: RCS soll „intelligent“ funktionieren, also den Nutzer anzeigen, ob der Gegenüber sich aktuell in einem Gebiet mit schnellem Datentransfer und guter Infrastruktur befindet. Zudem wird RCS  sehr benutzter freundlich und als  einheitliches Format beworben,  dass auch große Dateien bei einer entsprechenden Umgebung schnell versenden kann.
E-Plus will sich erst mal nicht an dem Dienst beteiligen.

4.) Apple will in den Schulranzen

Darüber haben wir kürzlich berichtet. Erinnern Sie Sich?

 

5.) Google nimmt Veränderungen an Zusatzdiensten vor

Der Suchmaschinenbetreiber schaltet ab April einige seiner Zusatzdienste ab. Dazu gehören zum Beispiel das erst 2010 veröffentlichte Google Message Continuity (GMC), einen vor allem für Unternehmenskunden vorgesehenen Notfallspeicher für E-Mails. Auch der Foto-Bearbeitungsprogramm Picnik wird eingestellt. Bis April können Nutzer ihre damit erstellten Bilder herunterladen und sichern. Welche weiteren Dienste, beendet werden, kann man aktuell dem Googleblog entnehmen.

 

6.) Homepage der Woche: spielverlagerung.de

Stellen Sie sich einen beliebigen Taktikbegriff aus der Welt des Fußballs vor – Sie werden ihn garantiert auf spielverlagerung.de wiederfinden. Auf der Seite gibt es nichts, was nicht rund um’s taktische Geschehen auf dem Platz analysiert wird. Die ehrenamtlich betriebene Seite hat sich zum Ziel genommen, stärker auf  Taktik zu achten, als die gängige Berichterstattung aus den bekannten Fußballmedien. Das ganze  wird mit Graphiken und einem Abschlussfazit zu einem Fließtext verarbeitet, über den dann heiß diskutiert werden kann. Die Seite analysiert in erster Linie Spiele aus den oberen Ligen in Deutschland, aber auch international für Aufmerksamkeit sorgende Partien fallen nicht unter den Tisch.Die Seite erfreut sich großer Beliebtheit und wird rund 10.000 mal täglich aufgerufen.

Die nächste Sendung gibt es am kommenden Montag um 18 Uhr bei Antenne Düsseldorf.

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