Auf der Internationale Automobilausstellung in Frankfurt werden noch bis Sonntag die neuesten Trends der Automobilindustrie präsentiert. Dabei fällt auf, dass in der Autotechnik heutzutage immer mehr elektronisch funktioniert. Mittlerweile verwendet zum Beispiel kaum ein Hersteller mehr eine mechanische Steuerung. Die Trends auf der IAA gehen aber noch viel weiter: Da gibt es zum Beispiel große Infotainment-Systeme, die dem Nutzer per Internetzugang verschiedenste Möglichkeiten zur Unterhaltung, in erster Linie jedoch zur Information liefern. Hiermit können in Zukunft etwa Staus umgangen werden, das System warnt aber auch vor plötzlich eintretenden Wetterumschwüngen. Dank elektronischer Übertragung von Gas und Bremse, stoppt das Auto im Falle einer bevorstehenden Kollision sogar ganz automatisch.
Da fragt man sich bei aller Begeisterung aber auch: Was passiert, wenn dieser Auto-Computer einmal abstürzt? Oder was, wenn von außen versucht wird, in dieses System einzudringen? Klar ist, dass solche Zwischenfälle viel verheerendere Konsequenzen haben könnten als Übergriffe auf Laptops oder Smartphones. Auf der einen Seite geht es um Daten, auf der anderen möglicherweise um Menschenleben, wie Professor Christof Paar vom Lehrstuhl für Embedded Security der Uni Bochum erklärt.
Was die Angriffe auf Autos für Cyberkriminelle erleichtert: Es gibt weltweit ähnliche Standards bei der Technik, die aktuell in Autos eingebaut wird. Und während die Technologien sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelten, wurde verhältnismäßig wenig für die Sicherheit getan. Das hat man auch in Deutschland erkannt: Unter anderem hat nun der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar vor Hacker-Angriffen auf die innovativen Autos gewarnt.
Besonders riskant ist die Verbindung des Fahrzeugs mit dem Internet: Mit der besteht laut dem Sicherheitssoftwarehersteller McAfee gleichzeitig nämlich auch immer die Gefahr einer Infektion mit Viren und Trojanern. Hackern ist damit zum Beispiel die Möglichkeit gegeben, an profitable Daten aus dem Bordcomputer zu gelangen. Darunter der persönliche Musikgeschmack oder Bewegungsprofile.
Auch IT-Forscher machen schon seit einiger Zeit immer wieder darauf aufmerksam, dass durch den Boom in der Autotechnik und die Sparsamkeit der Hersteller, die – scheinbar aus Kostengründen – bisher auf umfangreiche Sicherheitsprogramme verzichten, große Sicherheitslücken entstehen können. Ob Kunden diese in Kauf nehmen oder ob zunächst das Misstrauen gegenüber der neuen Technik siegt, wird sich nun zeigen.
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