Spieleentwicklung made in Düsseldorf – Teil I

Bild: Blue Byte

Bild: Blue ByteComputer- und Videospiele sind schon lange ein fester Bestandteil der Jugendkultur und werden auch immer häufiger von Erwachsenen gespielt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diese dynamische und hochkreative Branche stetig weiter wächst. Der Stempel „Gewalt verherrlichend“ ist schon lange nicht mehr aktuell, denn Lern- und Denkspiele sowie Kinder- und Jugendfreundlichkeit stehen neben Ego-Shootern u.ä. hoch im Rennen.

Jedes Jahr wird in der Essener Lichtburg der Deutsche Entwicklerpreis verliehen. Zu den Kategorien zählen neben dem Besten Deutschen Spiel auch Bestes Gamedesign, Beste Story, Bester Soundtrack sowie Bestes Kinder- und Jugendspiel. Auch Lern- und Familienspiele werden ausgezeichnet. Am 1. Dezember 2010 lag NRW als Medienstandort dabei deutlich vorne.

Allein zehn Preise gingen an Studios und Publisher aus NRW. Der Preis in der Königskategorie Bestes Deutsches Spiel wurde an „Die Siedler 7“ von Blue Byte vergeben. Der Produzent des Spiels Benedikt Grindel nahm den Preis dankend entgegen. „Es ist natürlich schon toll, wenn man dann auf so einer Bühne steht und die Leute sagen ‚Das Beste Deutsche Spiel ist Die Siedler 7‘ und man hält da seine Trophäe in die Höhe und fühlt sich so ein bisschen wie James Cameron“, erzählt Grindel strahlend.

Es ist jedoch ein langer Weg von der ersten Skizze bis hin zum fertigen Produkt. Am Anfang steht die Suche nach der richtigen Idee. Ideen seien bei Spielen allerdings nicht das Problem, sagt Grindel. Es sei vielmehr das Problem, Ideen zu haben, die auch funktionieren. Der Schritt von der grundsätzlichen zur ausgereiften, zur ausgearbeiteten Idee sei dabei entscheidend. Viel schwieriger als eine Idee zu finden, ist es dann allerdings, diese auch umzusetzen. In welche Richtung soll das Spiel gehen? Welches Genre soll gewählt werden – Action- oder doch lieber Strategiespiel? Wenn es sich um Fortsetzungen handelt, ist der Rahmen, das Grundgerüst für die Idee schon einmal gesetzt. Blue Byte selbst entwickelt und produziert erfolgreich seit vielen Jahren die Spielereihen „Die Siedler“ und „Anno 1404“. Ein weiterer Grundpfeiler ist das Szenario: Spielt die Story im Mittelalter oder in der Zukunft? Etwas, das jedes Spiel haben sollte, ist ein Grundelement, das es einzigartig und besonders macht. Wenn dieses Ziel erreicht ist, hat das Konzept funktioniert. „Von daher ist das ein langwieriger Prozess, aber der langwierige Prozess ist es nicht, die Idee zu finden, sondern eine der vielen Ideen, die wir haben, so weit zu bringen, dass wir wissen, dass sie funktioniert“, sagt Grindel.

Die Konzeption, die auf die Ideenfindung folgt, spielt ebenfalls eine äußerst wichtige Rolle und kann durchaus mehrere Monate Arbeitszeit in Anspruch nehmen. „Die komplette Entwicklungszeit hängt natürlich sehr stark von der Plattform und vom Spiel ab. Wenn man jetzt ein großes Spiel nimmt wie Anno 1404 oder Die Siedler 7 sind das in der Regel […] zwei bis drei Jahre“, so Benedikt Grindel. In der Phase der Konzeption wird geprüft, ob die eigentliche Idee überhaupt funktionieren kann. Dafür werden Prototypen entwickelt und getestet, um die Durchführbarkeit der Idee zu beweisen. Einen Unterschied macht auch die Wahl der Plattform, auf der das Spiel später laufen soll. Die Plattform habe schon immer etwas damit zu tun, wie man entwickelt, erklärt Grindel.

Ein Konsolenspiel richtet sich streng nach den Angaben und Konfigurationen des jeweiligen Geräts, während ein Computer als Plattform wesentlich mehr Freiheiten bietet. Bei einer Konsole müsse man versuchen, stets aus der vorgegebenen und vorhandenen Hardware das Neuste und Beste herauszuholen, sagt Grindel. Somit sei dies einfach ein anderer Entwicklungsprozess. Die Produktion eines PC-Spiels wiederum hat zum Nachteil, dass die tausenden unterschiedlichen Grafikkarten- und Konfigurationseinstellungen den Prozess der Konzeption und Realisation erschweren.

Ist das Spiel am Ende jedoch erfolgreich und verkauft sich gut, sind alle Mühen vergessen, so Produzent Benedikt Grindel. „Am schönsten ist natürlich, wenn nachher auch noch ganz, ganz viele Leute das Spiel spielen und auch noch toll finden. Und wenn dann so ein Spiel sich auch noch richtig gut verkauft – dann ist’s natürlich am schönsten“, so Benedikt Grindel, Produzent von „Die Siedler  7“.

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