
E-Books als Ersatz für ein richtiges Buch – viele halten das für unwahrscheinlich. Doch trotz aller Gegenstimmen gewinnt dieses neue Medium immer mehr an Beliebtheit. Das ist vor allem dem Apple iPad und dem Amazon Kindle zuzuschreiben, die einen regelrechten Hype um E-Books auslösten. Doch was für Geräte gibt es überhaupt, und was sind Ihre Vor- und Nachteile?
Was sind E-Books?
Da wir keine Fragen unbeantwortet lassen wollen, fangen wir mit einer kurzen Definition des Begriffes E-Books an. Ein E-Book ist im Prinzip die digitalisierte Form eines Buches, einer Zeitschrift oder eines Magazins, die in verschiedenen Dateiformaten abgespeichert werden können, zum Beispiel dem PDF-Format oder dem speziellen ePub-Format.
Was sind E-Reader?
Der E-Reader nimmt diese Dateien und stellt sie auf dem Bildschirm dar. Dort kann man dann, wie bei einem normalen Buch, die einzelnen Seiten umblättern und gegebenenfalls sogar vergrößern. Die E-Reader sind meist nicht viel größer als ein normales Taschenbuch, was die Sache für den Leser um einiges angenehmer macht – auf den Geräten können Sie nämlich nicht nur ein einziges Buch mit sich führen, sondern so viele, wie die Speicherkapazität zulässt. Auf dem “Kindle” von Amazon können Sie beispielsweise bis zu 3500 digitale Bücher abspeichern – bei dem Gewicht eines einzelnen Buchs auf Papier.
Doch auch unter den Lesegeräten gibt es Unterschiede. Zum einen gibt es da die Reader, die wirklich nur zum Lesen entwickelt wurden und mit der so genannten E-Ink-Technik arbeiten. Alternativen dazu sind die aktuell sehr beliebten Tablet-PCs, zu denen unter anderem auch das iPad zählt. Die wichtigsten Unterschiede haben wir für Sie zusammengefasst.
E-Ink-Technik? Was ist das?
Die reinen Lesegeräte bedienen sich der sogenannten E-Ink-Technik. Das bedeutet eigentlich nichts anderes, als das auf dem Bildschirm die Leseeigenschaften von Papier künstlich nachgebildet werden. Im Gegensatz zu normalen Bildschirmen strahlt der E-Ink-Bildschirm kein Eigenlicht aus und kann somit auch bei starker Sonneneinstrahlung benutzt werden. Diese wirkt, wie bei einem echten Buch, verstärkend, führt zu mehr Helligkeit und somit besserer Lesbarkeit. Dadurch, dass zudem nur beim Umblättern einer Seite Strom verbraucht wird, ist die Akkulaufzeit extrem hoch, weswegen sich dieses System auch besonders für Viel- und Langleser anbietet. Zwei der bekanntesten Geräte sind das Amazon Kindle und der Sony Reader, von denen auch immer wieder überarbeitete Versionen erscheinen. Aber auch weniger bekannte Hersteller drängen mit Alternativen auf den Markt – zum Beispiel der Reader der deutschen Firma txtr – und versuchen den Konzernriesen Paroli zu bieten.
Und Tablet-PCs?
Die anderen Reader, also die Tablet-PCs, sind Geräte wie das Apple iPad oder das bald erscheinende Samsung Galaxy Tab. Diese Produkte sind allerdings nicht alleinig für das Lesen konzipiert, sondern bieten durch eine installierte Anwendung die Möglichkeit, E-Books anzuzeigen. Für Menschen, die mehrere Stunden am Tag lesen wollen, sind diese Geräte jedoch nicht wirklich geeignet, was zum einen an der kurzen Akkulaufzeit liegt, zum anderen am verspiegelten Display, das bei Lichtanfall oft unlesbar wird. Andere Nutzer wiederum, die nicht nur E-Books, sondern auch andere Multimediainhalte, das Internet oder Spiele konsumieren wollen, sind mit einem Tablet-PC wesentlich besser beraten, da diese Geräte einen größeren Funktionsumfang bieten.
Ab Oktober will auch ein deutscher Hersteller mit einem Tablet-PC auf den Markt kommen. Das WePad von der Firma Neofonie aus Berlin bietet, Herstellerangaben zufolge, alle Vorzüge des iPads und könnte deswegen, vor allem in Deutschland, ein ernstzunehmender Konkurrent sein.
Was die Preise der beiden Gerätetypen angeht, so liegen die E-Ink-Reader in der Regel zwischen 90€ und 300 €, die Tablet-PCs noch weitaus höher. Will man sich ein Apple iPad kaufen, so wird man schon mit mindestens 450€ rechnen müssen, das Samsung Galaxy Tab wird zur Einführung wohl sogar bis zu 600 € kosten. Natürlich gibt es in der Sparte auch schon günstigere Lösungen, bei diesen mangelt es jedoch meist an der Verarbeitung sowie der Qualität der Software. Kaufinteressenten sollten in diesem Fall daher genau überlegen, ob ihnen nicht doch ein paar mehr Euro für ein dafür wesentlich besseres Gerät wert sind.
Die Zukunft der E-Reader
Die Zukunft der E-Ink-Reader wird vor allem schneller und bunter. Zur Zeit sind alle Serien-Geräte nur mit schwarz-weißen Display ausgestattet, was sich vielleicht nächstes Jahr schon ändern wird, wie dieses Video zeigt.
Die Zukunft der E-Ink-Reader: Schneller und Farbdisplays
Mittlerweile gibt es schon Prototypen von der Firma Mirasol, welche sich die Brechung der eingehenden Lichteinstrahlung zu Nutze machen und somit Bilder auch farbig darstellen können. Bei den Tablet-PCs bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die Probleme mit der teils schnellen Ermüdung beim Lesen durch die Hintergrundbeleuchtung, der schweren Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung sowie mit der Akkulaufzeit gelöst werden.
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