Die Sendung mit dem Internet blickt nach Amerika. Genauer gesagt nach Austin im Bundesstaat Texas! Dort hat vom 12.-16. März eine der wichtigsten Konferenzen für Netzkultur stattgefunden. Die Rede ist vom South by Southwest Festival. Schafft es ein Internet-Dienst sich auf diesem Event zu präsentieren und dann noch von den Besuchern gemocht zu werden, spricht viel für dessen Erfolg in der Netzwelt.In seinem Blog bezeichnet der Social Media Experte Igor Schwarzmann das South by Southwest Festival (SXSW) deshalb sogar als “Heiligen Gral”. Warum? Das erklärter er bei uns in der Sendung ”Das Festival ist mit 14.000 Besuchern wohl die zur Zeit größte Konferenz in Sachen Web”, sagt der Social Media Experte, der selbst an der Konferenz in Austin teilgenommen hat. “Gerüchten zufolge waren auf der Konferenz das erste Mal sogar mehr Besucher, als auf dem Musikfestival, das eigentlich den ursprünglichen Teil des SXSW darstellt.”
Ganze fünf Tage dauerte die Netz-Konferenz. Ein Zeitraum, der für deutsche Verhältnisse überdurchschnittlich lang ist. Igor Schwarzmann wundert das nicht. “Die SXSW ist Kult. Jeder, der sich in irgendeiner Form mit dem Web beschäftigt kennt die SXSW als die Konferenz schlechthin, denn dort wird über die großen Dinge der Zukunft gesprochen.”
Dass es in Deutschland keine mit dem SXSW vergleichbare Veranstaltung gibt, erklärt sich der Experte mit der mangelnden Investitionsbereitschaft. “In den USA ist viel mehr Geld für Investitionen vorhanden, das in Startups gesteckt wird. Zudem ist das Social Web in Amerika auch viel weiter verbreitet als hier in Deutschland.”
Aber auch für Überraschungen war das SXSW gut. “Interessant war der Kampf zwischen den Onlinediensten Gowalla und Foursquare” , berichtet Schwarzmann. “Beides sind Location-Dienste und beide Dienste sind relativ erfolgreich, obwohl sie erst seit kurzem auf dem Markt sind. Eigentlich hat jeder damit gerechnet, dass nun ein klarer Gewinner aus der Konferenz herausgehen wird, wie vielleicht damals Twitter. Allerdings passierte nichts in der Richtung. Zwar hatte man anfangs das Gefühl, dass Foursquare die Nase vorn hat. Es sieht aber aktuell so aus, als ob beide Dienste mehr oder minder vorne liegen.” Folge ist, dass viele User beide Programme parallel benutzen, um bis zur endgültigen Entscheidung nichts zu verpassen.
Und damit steht eigentlich auch schon der Trend für 2010 fest. “Ich glaube einfach, dass uns das Thema Location noch weiter begleiten wird”, sagt Ingo Schwarzmann. “Das war zwar letztes Jahr schon ein Thema, aber es gab keinen klaren Gewinner wie zum Beispiel vor vier Jahren den Mikroblogging-Dienst Twitter.” Der Grund für die Weiterführung des Location-Trends ist naheliegend. Die beiden Dienste sind zwar schon einige Zeit auf dem Markt präsent, wurden bislang allerdings noch nicht übermäßig genutzt.
Wer jetzt Lust bekommen hat auch einmal den neusten Trend auf der SXSW aufzuspüren: die nächste SXSW Interactive -Konferenz findet vom 11.-15.03.2011 statt.
Lesen Sie auch dies - unsere Empfehlung:
- Die Sendung auf der CeBIT Webciety
- Sendung vom 14.11.2011: Abofallen im Netz, Website der Woche: kommtessen.de, Wie organisiere ich mich als Student, Das Mozilla Festival, Wikileaks am Ende
- Sendung vom 21.12.: Jahresrückblick 2010 Echtzeitweb, GPS und Kostenloskultur
- Sendung vom 21.03.2011: Spendenaktionen für Japan, Liebeserklärung bei “Chatroulette”, “Qwiki” – Wikipedia als Video, SXSW-Konferenz in Texas
- “Foursquare” Teil 5: Wie siehts aus mit Datenschutz?



Hinterlass uns doch einen Kommentar!
Wir freuen uns immer über Kritik, Anregungen und hin und wieder auch ein bisschen Lob!