
Vom 20.-21. März 2010 hat in Berlin unter dem Motto “Politik trifft Web 2.0″ das 2. Politcamp stattgefunden. Rund 800 Teilnehmer waren angereist, darunter sogar Familienministerin Kristina Schröder. Die Sendung mit dem Internet hat mit Organisator Ralph Makolla ein Fazit gezogen. Hier die Mitschrift des Interviews aus der vergangenen Sendung. Sendung mit dem Internet: Herr Makolla, eine Veranstaltung mit dem Motto “Politik trifft Web”, warum war das eigentlich nötig?
Makolla: Man hat in den letzten Jahren gesehen, dass es immer mal wieder Missverständnisse zwischen der Netzgemeinde und der Politik gegeben hat. Beide Seiten kannten sich nicht so gut, beide Seiten wussten nicht so gut, was sie voneinander halten sollen. Da hat der Initiator des Politcamps Valentin Tomaschek gemeint:”Mensch lasst uns mal was machen, wo wir uns mit den Leuten gemeinsam treffen!” Und so entstand das Politcamp.
Sendung mit dem Internet: Und was war die wichtigste Erkenntnis, die Sie aus dem Politcamp mitgenommen haben?
Makolla: Ich sag mal so. Wenn man das Politcamp 2009 und das Politcamp 2010 miteinander vergleicht, dann merken wir, dass es besser geworden ist. Das Verständnis der Politik für das Netz und das Verständnis der Netzgemeinde für die Politik hat sich grundlegend gebessert. Auch wenn es immer noch so ein paar Leute gibt, die sich gegenseitig kritisch beäugen. Man konnte gerade beim jetzigen Politcamp sehen, dass die Diskussionen besser geworden sind und man doch ganz viele Gemeinsamkeiten hat.
Sendung mit dem Internet: Man konnte die Berichterstattung auch in diesem Jahr wieder intensiv über Twitter und Facebook verfolgen. Dabei ist aufgefallen, dass sich einige Teilnehmer über das kindische Verhalten einiger Piratenpartei-Fans gewundert haben. Was sagen Sie zu solchen Aktionen?
Makolla: Das waren die Jungpiraten. Da wurde auch schnell mal aus der Abkürzung JuPi, die Jubelpiraten. Aber ich glaube, wenn man gesehen hat, wer das war, dann weiß man auch wie man das einzuordnen hat, ohne dass ich das jetzt böse meine. Und ich glaube die Session, die dann zwei ganz junge Piraten, ein Mädchen und ein Junge im Alter von 16 Jahren, zum Thema “Social Media und die Gefahren im Web” speziell für Jugendliche angeboten haben, das hat dann auch schon wieder für vieles entschädigt. Und am Ende waren dann auch alle happy.
Die Sendung mit dem Internet: Was war denn eigentlich der Vortei daran, dass es sich bei der Veranstaltung um ein BarCamp handelte und nicht um eine ganz normale Konferenz?
Makolla: Wir haben lange darüber diskutiert, wie wir die Veranstaltung organisieren und wir haben ja ein paar Sessions vorgegeben, um einfach auch dem Terminplan der Ministerin und einiger Abgeordneter gerecht zu werden. Aber wir wollten unbedingt am BarCamp-Prinzip festhalten, um den Teilnehmern Möglichkeiten zu geben, sich selbst einzubringen und über die Themen zu diskutieren, über die sie diskutieren möchten und damit auch eine hohe Partizipation der Netzgemeinde auf dem Politcamp zu erreichen.
Die Sendung mit dem Internet: Was meinen Sie konnten Politiker und Netzgemeinde am Ende voneinander mitnehmen?
Makolla: Ich glaube beide Seiten haben noch stärker als beim Politcamp im letzten Jahr gemerkt, dass die andere Seite doch gar nicht so schlimm ist. Und bei den Leute, die auf dem Politcamp waren, zum Beispiel die MdBs, die MdLs oder auch die Europaabgeordneten, muss man sagen, dass da schon ein ganz anderes Verständnis für das Netz entstanden ist. Die Leute, die dort waren, sei es unsere Bundesfamilienministerin oder der Europaabgeordnete Matthias Groote, die wissen über was sie da sprechen, wenn sie über Twitter oder über Facebook reden. Und andererseits haben wir festgestellt, dass es auf Seiten der Netzgemeinde doch noch etwas schwierig ist über Politik zu sprechen. Da fehlt noch bei einigen das Verständnis. Aber wir machen ja noch ein drittes Politcamp und da hoffen wir, dass sich das verbessern wird.
Die Sendung mit dem Internet: Vielen Dank, Herr Mokalla.
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