Suchmaschinen-Gigant oder Daten-Krake – das sind Begriffe, mit denen sich Google hierzulande auseinander setzten muss. Die Diskussion um Google Street View zeigt aber: Vielen ist es unbehaglich, dass sie wissen, dass Google über viele Informationen verfügt. Aber niemand weiß, was der Dienst wirklich über einen speichert. Google nimmt diese Sorgen der einzelnen Nutzer ernst und hat jetzt einen neuen Dienst gestartet: Dashboard. Damit sollen wir unsere Daten unter Kontrolle haben. Das neue Google Dashboard kennt Lena Wagner, sie ist Pressesprecherin von Google Deutschland.
Frau Wagner, warum gibt es jetzt das Dashboard?
Wagner: Das Dashboard haben wir entwickelt, um unseren Nutzern mehr Einblick in unsere Daten zu geben. Es geht darum, dass wir den Nutzern, die ein Google-Konto haben, eine Übersicht geben über all die Google-Produkte, die sie verwenden, aber natürlich auch, um mehr Transparenz zu zeigen und um mehr Wahlmöglichkeiten zu offenbaren.
Was sehe ich, wenn ich mich mit meinem eigenen Google-Konto unter Dashboard einlogge?
Wagner: Dort können Sie sehen, welche Google-Produkte sie derzeit verwenden. Für jedes Produkt haben Sie eigene Links auf der rechten Seite, die Sie beispielsweise zu Ihren Datenschutzeinstellungen direkt verlinken. Wenn Sie ein Googlemail-Nutzer sind, haben Sie einen Link zu Ihrer Chat-Historie. Dort können Sie einstellen, ob Sie Ihre Chat-Historie speichern möchten oder ob Sie sie nicht speichern möchten, sodass wir sie dann auch nicht mehr zur Verfügung haben.
Das heißt, wenn ich jetzt etwas sehe, dass mir nicht gefällt, dann kann ich das auch löschen lassen?
Wagner: Genau. Das Dashboard ist wirklich da, um eine Übersicht zu geben und so viele Wahlmöglichkeiten wie möglich. Sie können beispielsweise sehen, wenn sie ein Picasa-Album haben, mit wem sie dieses Album teilen. Wenn Sie das nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten, können Sie das mit einem Klick sofort ändern. Sie können Dinge löschen, Sie können Dinge neu formatieren, Sie können alles Mögliche mit Ihren Daten machen – das ist auch der Sinn des Dashboards, dass Sie wirklich die Wahlmöglichkeit haben, Dinge zu ändern.
Wo sind denn die Grenzen vom Dashboard?
Wagner: Momentan liegt die Grenze bei 22 Produkten – also 22 Produkte von Google sind derzeit im Dashboard auffindbar. Das sind die Produkte, die die meisten Nutzungszahlen haben. Wir sind im Moment dabei, alle Google-Produkte dort zu implementieren. Was dort nicht drin ist, sind beispielsweise Daten wie Cookies oder IP-Adressen, aber die haben ja auch mit dem Browser zu tun und nicht mit dem eingeloggten Konto.
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