Letzten Donnerstag gab es die erste Folge von Dieter Nuhrs neuer Show “Nuhr So” in der Nachtresidenz – heute folgt Teil zwei. Das Konzept ist neu: Nuhr stellt er sich nicht nur einfach auf die Bühne und erzählt sein Programm, nein, Sie können sich selbst beteiligen, indem Sie über das Internet eine Nachricht an ihn schicken. Die wird dann ins Programm eingebaut. Wir haben in der Sendung am Montag mit ihm gesprochen.
Herr Nuhr, warum haben Sie gesagt: Ja, ich mache ein Projekt mit Beteiligung der Zuschauer. Hatten Sie keine Lust alleine auf der Bühne zu stehen?
Nuhr: Ich bin ja überzeugter Demokrat, erstens. Und zweitens: Obwohl man es ja auch nicht übertreiben soll mit der Demokratie – es ist immer ganz gut, dass ich am Ende das Mikro habe und bestimmen kann, wer redet – das beruhigt mich dann schon sehr. Allerdings mache ich das ja jeden Abend auf der Bühne. Da spiel’ ich mein Programm und am Ende können die Zuschauer Fragen stellen. Da hab ich mir gedacht: Das ist doch mal ein schöner Programmpunkt. Oft ist das das Lustigste am ganzen Abend und das übernehmen wir mit in die Sendung. Jetzt gibt es ja eben Audiance Participation – wie man so schön sagt.
Sie müssen ja nicht nur das Mikro halten, sondern die ganze Klaviatur des Internets beherrschen – über welche Kanäle kann ich mich denn beteiligen?
Nuhr: Am besten per E-Mail, das ist am einfachsten. Sie könnten jetzt auch Twitter nehmen, aber Twitter ist ja eher ein Dialogmedium. Da geht’s immer hin und her und das kriegen wir ja in der Sendung nicht so richtig hin. Insofern tendiere ich stark für SMS und Email. Mir würde am liebsten gefallen, die Leute schicken kleine Filmchen, das fänd ich großartig. Man kann aber auch einfach Texte oder irgendwelche Fragen schicken oder auch multimediamäßig. Also es geht alles – außer 3D, das kriegen wir im Fernsehen nicht hin.
Wir haben ja bei Antenne Düsseldorf die Premiere übertragen – wie lief die denn aus Ihrer Sicht?
Nuhr: Die Premiere lief eigentlich ganz lustig für mich. Ich hab ja nicht allzu viel mitbekommen, weil ich auf der Bühne stand. Ich bin, wenn ich was Neues ausprobiere, meistens ein bisschen verwirrt. Es war aber sehr nett. Mir hat’s Spaß gemacht. In einer dreiviertel Stunde einen neuen Text einfach so auf die Bühne zu bringen, Dinge, die ich noch nie erzählt habe. Das Ganze hat schon stark experimentellen Charakter. Hat auch gut funktioniert, glaub ich.
Wie lief es mit der Hörerbeteiligung?
Nuhr: Mit der Hörerbeteiligung lief’s noch nicht so gut. Das war ja auch erstmal schwierig, die Leute kannten das Konzept ja noch nicht. Da kam nicht so viel. Aber das muss man den Leuten ja auch erstmal näher bringen, dass das am Mittwoch wieder geht: Schön Emails, Filmchen reinschicken. Und spätestens, wenn es im Fernsehen läuft, ist ja auch ein größerer Verteiler da. Wenn die Leute da bundesweit zuschauen, dann wird da schon einiges reinkommen, hoffe ich.
Sie sind also noch in der Experimentierphase – wo sehen Sie “Nuhr So” denn in ein paar Wochen?
Nuhr: “Nuhr so” wird an den ersten beiden Dienstagen im November und den ersten beiden Dienstagen im Dezember im ZDF gesendet – viertel vor elf am Dienstagabend. Das Ganze ist jetzt erstmal ein Testlauf für das Konzept. Funktioniert das so? Kann ich das so, wie ich mir das vorstelle? Und dann wird weiter geguckt. Die Deko ist HD-fähig gebaut. HD send das ZDF erst ab nächstem Jahr. Insofern bin ich ganz guter Dinge, dass die das weiter machen wollen. Und wenn ich das jetzt auch noch so empfinde, wenn ich da auch noch Spaß dran habe, dann machen wir es auf jeden Fall weiter.
Gerade geistert im Netz ein lustiges Video herum. Da wird ein Mann von einen anderen Typen im heimischen Schrank erwischt – und dann erfindet der eine lustige Geschichte, wie er in einem Sägewerk dort eingezimmert wurde und von daher in den Schrank kam. Wollen Sie solche Videos oder eher richtig aktuelle?
Nuhr: Kann beides sein. Von mir aus gerne Wochenaktuelles, aber auch gerne kann jemand im Schrank gefunden werden. Das kann ja wochenaktuell werden – dieses Jahr ist ja auch David Carradine im Schrank gefunden worden. Insofern kann man so was auch gerne aktuell einbauen. Es wär natürlich schön, wenn das dann in so einer Woche kommen würde. Aber es muss nicht aktuell sein. Wenn jemand es sich zur Gewohnheit gemacht hat, irgendwo im Schrank gefilmt zu werden, warum denn nicht? Das kann man doch auch mal zeigen.
Das ist für sie aber auch eine ganz andere Herausforderung – da wissen Sie ja auch nicht, was an dem Abend auf Sie zukommt, oder?
Nuhr: Ob das ne schöne Herausforderung ist, wird sich noch zeigen. Aber es ist auf jeden Fall eine – und wir werden sehen. Mir macht es ja auch Spaß, wenn die Zuschauerfragen kommen nach meinem Auftritt. Manchmal dauert das ne halbe Stunde und ist total lustig und manchmal geht’s auch in die Hose. Und das ist ja auch ganz schön, wenn man sich das mal vorbehält, dass mal ein Teil im Fernsehen auch in die Hose gehen kann – also unfreiwillig.
Können Sie schon sagen, was es am Mittwoch geben wird?
Nuhr: Nee, ehrlich gesagt noch nicht. Aber wir haben natürlich ne Regierungsumbildung. Das ist ein furchtbares Thema, gerade für junge Leute, die das noch gar nicht gemerkt haben. Aber ich glaube trotzdem, dass Sie was Lustiges da rausfiltern werden.
Weitere Infos und Bilder vom ersten Auftritt gibt’s auf der Antenne Düsseldorf-Homepage.
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Hallo Herr Nuhr,
vielen Dank für Ihre schöne Sendung, ich kreuze sie mir immer im Terminkalender an.
Der einzige Nachteil ist, dass ich am anderen Morgen total müde bin, warum kommen alle schönen Sendungen nu(h)r immer so spät ?
Schön wäre es, wenn ich Sie einmal persönlich kennenlernen dürfte, naja, vielleicht klappt es ja einmal. Zwei Bücher von Ihnen habe ich mir schon angeschafft, die anderen kaufe ich mir auch noch.
Bekomme ich einmal von Ihnen eine Antwort, ich würde mich sehr freuen.
Freundliche Grüße
Hildegard Dreyling, Bergheim