SendehinweisDie nächste Ausgabe der Sendung mit dem Internet gibt es am kommenden Montag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr an dieser Stelle.

Was ist dran an Google Wave?

by Franziska Bluhm on 3. Oktober 2009 · 4 comments

in Thema

Bereits im Vorfeld sorgte Google Wave für Furore. Als Google das neue Tool Ende Mai der Weltöffentlichkeit vorstellte, mutmaßten bereits viele, dass da gerade etwas geschaffen wird, das unsere Kommunikation verändern könnte. Google selbst bezeichnet Wave als “Mail 2.0″. Und es soll den Vorteil haben, dass Arbeitskollegen, Freunde, Bekannte sich in Echtzeit über Texte, Termine, Fotos, Videos etc. austauschen und/oder an diesen gemeinsam arbeiten können. Wave kombiniert dafür die Vorteile von Mail, Instant Messenger und Chat.

Jetzt, rund drei Monate später, wurden in dieser Woche die ersten 100.000 User eingeladen, Google Wave auszuprobieren. Und die ersten schreiben auch über ihre Erfahrungen mit dem neuen Kommunikationstool. Bereits im September veröffentlichte Ben Parr bei Mashable ein paar Ideen, wie man Google Wave in Zukunft einsetzen könnte: Foren, Kommentare, eine andere Form eines Content Management System, Kundenservice und Bildung. Aber es gibt nicht nur positives Feedback.

Da wäre zum einen US-Blogger Robert Scoble, der sich ganz und gar nicht begeistert zeigt: “But this service is way overhyped and as people start to use it they will realize it brings the worst of email and IM together: unproductivity.” Zudem rät er seinen Lesern, bloß nicht jeden als Freund zu adden, sondern streng zu selektieren, weil Google Wave ansonsten schnell zu komplex werde.

Ein anderer US-Blogger, Steve Rubel, ist ebenfalls nicht überzeugt und vergleicht Wave mit der Erfindung von RSS. Wichtig und revolutionär, aber für die Masse nicht zu verkaufen, weil man zu sehr seine Gewohnheiten verändern muss. Das machen nun mal nur wenige mit. “Wave may stall the same way RSS unfortunately did. RSS is one of the greatest Internet innovations of the last decade (thank you Dave!). So why did it never take off with consumers? Simple. It didn’t solve problems that many people have. It only solved problems that some, eg info junkies, had. And it required a new way of thinking and operating. (I would argue the entire concepts of feeds only took off once Twitter and Facebook simplified it.)

Die Leser von Mashable sind im Übrigen ein bisschen optimistischer. Bei der Umfrage auf der Seite haben mehr als 1000 Leute abgestimmt. Aber 43 Protent der User dort sind der Meinung, dass sich Google Wave zwar langsam durchsetzen wird. Da können wir gespannt sein.

Am Montag wollen wir in der “Sendung mit dem Internet” über Google Wave reden. Habt ihr ein Account? Wollt ihr eins haben? Was denkt ihr? Wir freuen uns auf eure Beiträge und Meinung!

Lesen Sie auch dies - unsere Empfehlung:

  1. Links vom 2.10.: Google Wave, Tweetmeme, Twitter
  2. Links vom 30.9.: Google Wave, Crowdsourcing, Longcats
  3. Sendung vom 16.11.09: Webmail, Schlafwandler, Google-Wave, Flip & Co
  4. Links vom 19.10.: Daten-Klau, Promi-Twitterer, Google Wave

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1 Sebastian 3. Oktober 2009 um 16:51

Ich habe einen Google-Wave-Account, aber leider nur ich. Die von mir eingeladenen User haben bisher keine Einladung bekommen, das macht die Nutzung schwierig.

Ich glaube, dass Wave ein spannendes Tool wird, wenn es auf Dauer Google Mail und Google Docs ersetzt. Getrennt macht es keinen Sinn, denn als Anwender müsste ich dann eine weitere Inbox im Auge behalten. Eine Kombination mit Google Mail scheint aber angedacht – warum sonst hat “Google Wave” einen Spam-Ordner? Kritisch sehe ich allerdings, dass Google Wave – falsch eingesetzt – auch zum totalen Zeitkiller werden kann. Während man eine E-Mail verschickt – und dann nicht sofort auf eine Antwort hoffen kann – ist das bei Google Wave anders. Im schlimmsten Fall geht die Diskussion mit mehreren Usern chaotisch hin und her und kaum einer kommt noch zu anderen Sachen.

Ich wünsche mir, dass Google Wave auch Twitter und den Google Reader integriert, weil man dann in Richtung Nachrichtenzentrale 2.0 gehen würde.

2 Christian 4. Oktober 2009 um 22:13

Ich habe leider keinen Account bekommen. Was ich sehr sehr schade finde, weil ich das ganze Konzept schon sehr interessant finde. In einem Blog wurde wave als eierlegende Wollmilchsau bezeichnet wurde. Was wie ich finde sehr gut passt. Weil es vereint eigentlich alles was das Internet derzeit in punkto Kommunikation zu bieten hat. Instant Messanger (ICQ, MSN, etc), eMail, twittern (ein der kürzeren präsentation wurde ein plugin[oder wie man das da nennt] dafür gezeigt), durch das personaliesieren sicherlich auch Social networks wie facebook u.ä. und später wird bestimmt noch video/ton Kommunikation unterstützt.
Aufjedenfall blicke ich freudig in eine wavige zukunft :)

Zu Sebastian:
Gerade dieses chaotische Treiben finde ich besonders spannend aber die die das stört können die anderen erstmal machen lassen und sich später dann die ergebnisse ansehen, weil es geht ja nichts verloren.

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